Womans March: Copyrights, Madonna und eine Genitalfrisur – Unsere Story des Tages

21.1.2017
wolfenwax
Fotografie, Kolumnen, Stuff

Wir Medienfritzen bewegen uns oft in einem Terrain, indem man auf Copyrightverletzungen wie auf die Gräten im Fisch achten muss. Das ist nicht immer einfach und geht ehrlich gesagt manchmal auch daneben, wenn man z.B. eine Quelle zu einem Bild nicht eindeutig zuordnen kann. Meistens melden sich dann die Besitzer von selbst und mit einem digitalen Handshake ist der Kuchen dann auch schon schnell wieder gebacken.

Nicht ganz so einfach ist das in folgendem Fall abgelaufen. Der Fotograf und Art
Director Marius Sperlich hat eine leicht schlüpfrige Grafik erstellt und auf seinem Instagram Account hochgeladen. Vollen Bewusstseins, dass die Unternehmens-Richtlinien und ein manchmal nicht ganz so schlauer Algorythmus ihm nach kurzer Zeit einen Strich durch die Rechnung machen werden, nämlich das Bild ganz einfach wieder zu löschen.

Wie vermutet, so geschehen. Doch vorher hat es sich keine geringere als Madonna (ja richtig – Madonna, Mrs. Like a Virgin herself) nicht nehmen lassen, das Bild zu klauen. Ich benutze hier absichtlich das Wort „klauen“, da wohl in der Hektik einfach mal vergessen wurde, dem lieben Marius ein Credit zu geben. Promt hat sie auch ordentlich die Werbetrommel zum heutigen Womans March gerührt und einiges an Traffic mit dem fremden Werk erzeugt. Wäre ja auch eigentlich alles garnicht so wild. Doch Madonna hat das Bild vom Nakid Magazine gezockt, aber in diesem Fall getagged. Das hat dem Magazin satte 12.000 Follower gebracht. Dabei trifft das Nakid Magazine keine Schuld, sie veröffentlichen des öfteren die Arbeiten von Marius (mit Credit).

Man kann jetzt sagen: „Was regt man sich über mehr oder weniger Follower auf?“, doch wer in der Medienbranche zugange ist, für den heißt Follower auch Reichweite und Reichweite letztendlich auch ein größeres Netzwerk und im besten Falle auch weniger Rechnungen die am Monatsende liegen bleiben. 

Marius sagt uns dazu: „Die Intention war einfach ne Schnapsidee. Was mich an dieser Geschichte einfach stört ist, dass das Gedankengut und die Kreativität anderer ausgenutzt wird. Ein Tag hätte gereicht und ich wäre der happiest Boy alive gewesen – so hatte das ganze eher einen faden Beigeschmack.“

Witzigerweise hat er das Bild von Madonnas Account geshared und dafür eine Verwarnung kassiert. Richtig, wegen dem teilen seiner eigenen Arbeit.

Die Stellungnahme von Instagram dazu war: Dein Bild verstößt gegen die Richtlinien.

Wir haben vollstes Mitgefühl für Marius und teilen seine Arbeit natürlich mit entsprechendem Credit.

Mittlerweile steht sein Name unter dem Bild und hat für einigen Wirbel bei der internationalen Presse gesorgt.

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Marius Sperlich auf Instagram:

https://www.instagram.com/mariussperlich/

 

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