Skrillex live @ Columbiahalle, Berlin (Meine Eindrücke)

02.3.2012
Willy
Music

Am Freitag, dem 24. Februar 2012 war es endlich soweit. Ich konnte mir endlich ein Bild darüber machen, ob dieser Sonny Moore nun ein Held oder nur ein laues Lüftchen ist. Unter seinem Pseudonym Skrillex war er auf Deutschlandtour und machte auch Stopp in Berlin, wo ich und bestimmt 3500 andere Gäste ihn in Empfang nahmen.

Da regt man sich ja oft darüber auf, dass Künstler unpünktlich sind oder Star-Allüren raushängen lassen. Gott sei Dank war das beim dem Typ, der aussieht wie ein Emo, nicht der Fall. Kurz nach viertel 9 stürmt Sonny die Bühne und stellt sich hinter sein Pult, um welches eine riesige Wand gezogen wurde, die mich dann während des Gigs permant zum staunen brachte. Auf dieser besagten Wand nämlich projezierte Skrillex sein Ebenbild mithilfe von Sensoren in Echtzeit. Verziert wurde das ganze dann mit teils lustigen, monströsen oder roboterartigen Darstellungen, die ihren Körper zum Beat bewegten. Natürlich waren die Visuals nicht das einzige Highlight dieses Abends.

Ich muss dazu sagen, dass ich bisher noch nie auf einem Konzert von einem DJ war. So etwas hatte sich in meinen Augen bisher nie gelohnt, aber bei Skrillex war ich da anderer Meinung. Der Typ ist wirklich so unscheinbar, dass es mich doch reizte ihn mal live zu sehen. Der Track setzt ein, der Bass schmettert mir ins Gesicht, die erste Zufriedenheit.

Diese wurde im Verlauf des restlichen Abends auch durch und durch bestätigt. Keine Minute verging, in der ich Langeweile verspürte, oder gar etwas zu trinken holen wollte, trotz der gefühlten 50° C in der Halle. Der aus L.A. stammende Produzent hat es tatsächlich geschafft, was ich bisher nicht wirklich glauben wollte. Er hat es geschafft, das ein riesiger Haufen von Menschen so derbe abgeht, dass man den Schweiß von der Decke in 1000-Liter Fässern hätte sammeln können. Dabei hat er sich nicht nur die Hilfe seiner unzähligen Dubstep-Remixes genommen, auch seine rein elektronischen Produktionen fanden beim Publikum die größte Begeisterung. Meine persönliche Sympathie hat Moore sich dann aber damit gesichert, zwischen brachialer Bass-Musik Notorious B.I.G. und Bob Marley zu spielen. Weitere Tracks folgten dann auch noch, diese prägten sich aber bei mir fest ein.

Die Leute? Die fanden es super, wobei man ja fast Angst haben muss, dass solche „langsamen“ Lieder die Luft aus so einer Show rausnehmen. Bei Skrillex war das nicht der Fall und die 1 1/2 Stunden vergingen wie im Flug. Ich würde jederzeit wieder eine Show von ihm besuchen, denn es war ein reinstes Feuerwerk an guter Stimmung und basslastiger Musik. Danke Skrillex, danke der Crowd.

Bilder von: Thang / Gilly / Marcel

Über den Autor

Willy Dr. Lima

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