Dressed Like Machines auf dem Hurricane 2012

02.7.2012
Willy
Fotografie, Music

 

Mittlerweile ist die Festival-Saison ja in vollem Gange und auch ich bin so langsam in Fahrt gekommen. Den Beginn hat für mich dieses Jahr das Hurricane gemacht. Ich bin quasi davor eine Hurricane-Jungfrau gewesen, da ich bisher nie in den Genuss dieser idyllischen Gegend und ihrem Vorzeigeevent kommen durfte. Scheeßel also, ein kleines Kaff irgendwo zwischen Bremen und Hamburg, wo eines der größten und besten Rock/Pop/Hip Hop Festivals die ich kenne ausgetragen wird.

Nach knapp 5 Stunden langer Fahrt auf der Autobahn und Landstraße, habe ich endlich das kleine Häusschen erreicht, in dem es alle Utensilien gab, die ich für den Zugang zum Festivalgelände brauchte. Natürlich habe ich mich zeitlich wieder so geschickt angestellt, dass ich genau nur Prime-Time da war. Halbe Stunde anstehen, Stunde anstehen und so langsam näherte ich mich der „Rezeption“. Dort angekommen wurde ich freundlich begrüßt und mir wurde mein Foto-Pass, Car-Pass und natürlich mein Bändchen übergeben.

Wohlgemerkt möchte ich dazu sagen, dass zu diesem Zeitpunkt ein Bombenwetter war. Das kannte ich so bisher gar nicht von Festivals. Sommer, Sonne und Sonnenschein? Auf dem Hurricane gab es das. Was eigentlich auch unüblich ist, ist das ich alleine angereist bin. Ich bin da immer etwas komisch und denke, dass man sich so besser auf Bands und co konzentrieren kann. Außerdem ist es ja meist so, dass man irgendjemanden trifft, den man kennt. So war es auch bei mir, ich war keine Stunde auf dem Gelände und schon liefen mir die Jungs von We Like That samt weiblichem Anhang über den Weg. Kurzehand beschlossen wir, unsere Lager gemeinsam aufzuschlagen und ich gesellte mich zu ihnen und ihrem Zeltplatz, VIP versteht sich :D

So haben wir diese Hürde genommen und mein „Notfallbett“ im Auto war gemacht. Wenn man alleine ist, reicht das auch schonmal aus und außerdem hat man eine Garantie dafür, dass man trocken bleibt im Falle des schlechten Wetters. Freitag Nachmittag – Tag 1 meiner neuen Erfahrung Hurricane. Und es ging los, die ersten kleinen Bands spielten und ich war überrascht von dem Flair, was dort herrschte. Das ganze Gelände schien gute Laune zu haben, die nur durch die unmengen an Staub getrübt wurde, die über den Platz fegten. Das war auch im Endefekt das einzige Problem, was ich in Bezug auf das Festival hatte. Der Staub hat sehr vielen Leuten zu schaffen gemacht, da genau im zentralen Punkt des Geländes der meiste Dreck lag was zur Folge hatte, dass dort die meisten Leute rumgelaufen und somit den Staub aufgewirbelt haben. Aber egal, konnte man gerade noch so verkraften.

Auf zu Casper auf der Blue Stage, ja die Blue Stage war eine von insgesamt 4 Bühnen. Die größte war die Green Stage, gefolgt von der Blue Stage und der Red Stage. Die White Stage war ein Partyzelt, wo der größte Teil der DJ’s  und Liveacts dem Publikum einheizte. Casper war gut, sehr gut sogar. Man hatte das Gefühl, dass er den Auftritt seines Lebens absolvierte. Power ohne Ende, auch wenn teilweise seine starke Stimme durch den schlecht abgemischten Sound unterging. War aber halb so wild, weil Benjamin weiß, wie er die Massen bewegen kann.

Ich merke gerade, dass ich vergessen habe zu erwähnen, dass ich vorher Bosse sah. Auch ein toller Songwriter, dem das Musik machen einfach im Blut liegt. Nach Casper erkundten wir erstmal das Gelände und, wie kann es auch anders sein, Fressbuden über Fressbuden. Von Pizza Mario über die verschiedensten Dönerläden und Chinabuden. Wenn es an einem nicht gemangelt hat, dann an leckerem aber auch teurem Essen. Weiterhin waren einige Merch-Stände zu finden, wo ich auch anfangs den Entschluss gefasst hatte, mir diesen schicken Hurricane-Anker Hoodie zu Kaufen. Geiles Teil, ehrlich, aber der Preis war mir dann doch zu krass. 50 Euro für nen Festival-Hoodie? Beim besten willen NICHT. So blieb es beim angaffen des unglaublich großen Sortiments an Hurricane-Merch. Desweiteren gab es schlechte Piercing und Tattoostudios, markenbezogene Stände ,Würstchenbuden und Eisdielen. Wie ein eigener, kleiner Staat, oder?

The Bronx machen Soundcheck – ich eile dahin, auch wenn ich nur kurz das Vergnügen hatte. Geile Band, kann man nur empfehlen. Weiter geht’s…oder? Nein, da war doch was…Die deutsche Nationalmannschaft hatte ihr Viertelfinale gegen die Griechen. Au backe, ich als Fussball-Fan wollte das ja nicht verpassen. Also gingen wir als Gruppe zum Public Viewing auf den Zeltplatz, was die Leute vom Hurricane extra für das Spiel errichtet hatten. Unglaublich coole Aktion, auch wenn der Screen etwas klein war. Man konnte doch prima Fussball schauen und es war einfach unglaublich, wievielen Leuten in diesen 90 Minuten doch egal war, dass sie gerade auf einem Festival sind, wo auch Musik läuft.

So habe ich dann leider auch einen meiner Favoriten verpasst, The XX, was sich aber als nicht so schlimm rausstellte, da diese wahrscheinlich eh nicht so gut gewesen sein sollten. Die kommen bestimmt nochmal nach Deutschland. Als wir dann sehr lange gelitten haben, war es endlich geschafft. Deutschland im Halbfinale und wir auf dem Weg zurück zum Festival. Verfolgt von Sirenen, die gar nicht mehr aufhören wollten zu klingen, fanden wir uns im nächsten Moment schon auf der White Stage wieder, wo der französische Ed Banger Artist sein Live-Set zum besten gab. Guter French-Electro zum mitwippen und springen. Paralell ging es dann zum Main-Act des Abends, The Cure, eine Band, ein Mythos, ein Haarschnitt des Todes. Robert Smith rockt noch genau so wie vor 20 Jahren. Ein genialer Typ, der jeden Ton trifft und auch so eine super Show machen kann. Danke dafür

Somit war Tag 1 auch schon um und wir schauten gespannt auf Tag 2. Nach einer eher unruhigen Nacht in meinem Auto wachte ich irgendwann um 11 Mittags auf und ging erstmal duschen. Die Duschen waren super sauber und da hat auch allgemein einfach alles prima geklappt. Nachdem wir uns mit Brot, Nutella, Pfirsichen und Kaffee gestärkt haben, ging es auch schon wieder auf’s Gelände. Erstmal ein bisschen im Pressebereich abhängen und Instagram missbrauchen, um die bisherigen Eindrücke der Welt zu präsentieren. Und los ging es dann mit den Eagles of Death Metal, die ich bisher nur vom Namen her kannte, die einen rockigen Sound präsentierten und Teile der Band sicherlich auch den Award für die ausgefallenste Frisur gewonnen hätten.

Weitere Besuche bei Thees Uhlmann, Madsen und Nneka folgten. Auch hier war ich überall rundum zufrieden mit den Auftritten und ich merkte auch, dass ich vor allem auf die deutschen Interpreten sehr positiv eingestimmt war. Am meisten an diesem Tag freute ich mich aber auf Florence + The Machine, die ich wirklich schon immer gerne mal live sehen wollte. Tat ich auch und ich war begeistert. Man hatte wirklich das Gefühl, dass die Dame in einer anderen Welt ist, wenn sie auf die Bühne tritt. Und auch live ist diese unverkennbare Stimme der absolute Oberhammer. Nichts dagegen gesagt, wirklich nicht. Einfach atemberaubend.

Zwischendurch fanden wir auch noch die Zeit, die Festival-Duschen von AXE zu besuchen. Ein kleines Highlight auf dem Gelände, denn man fand dort Duschen, die das Design der AXE Duschbadflaschen hatten. Kannte ich so bisher noch nicht, gab es aber sicherlich schon letztes Jahr, wie ich hörte. Für mich war das mal ganz cool zu sehen, auch bei Nacht, wenn die Beleuchtung anging. Absolut gängige Sache und auch ganz gut für die Festival-Besucher, die schon fast im Staub erstickten. 1,2 oder 3 Personen reingehüpft, abgeduscht mit AXE Duschbad und auch ein extra Handtuch für jeden gab es. Rundum gelungene Aktion, die scheinbar auch starken Andrang beim Publikum fand, da die Warteschlange immer konstant mindestens 10 Meter lang war.

Den Abschluss des Abends bildeten Blink-182, die ihr Set ordentlich gestalteten. Wir hörten Songs wie „All The Small Things“, „Miss You“ und weitere von den alten Krachern, zumal ich die neuen Sachen gar nicht so kenne. Leider haben wir sie nicht direkt gesehen, sondern nur vom Zeltplatz gehört. Laut und deutlich. Abend vorbei, Spanien unverdient weiter und die Party im Rockzelt auf dem Zeltplatz war voll. Beardyman hat uns dann nochmal mit seinem einzigartigem Beatbox-Electro-Mix ordentlich eingeheizt. Und danach? Blieb einem nix anderes übrig, als ab ins Bett zu gehen. Gesagt, getan und ab gings.

Und dann kam der Sonntag, der böse böse Festivalsonntag. Und wie es schon vorher geahnt habe, fing es an zu schiffen, zu schiffen,schiffen, schiffen. Und es hörte nicht mehr auf. Verdammt, die Laune ging den Bach runter, zumal ich am nächsten Tag auf Arbeit gehen musste und somit nicht so spät losfahren wollte, da ich ja sehr viele KM vor mir hatte. Ich wartete aber es tat sich nix. Also entschied ich mich schweren Herzens zum Antritt der Heimreise, vorzeitig aber alles andere war dann doch sinnlos.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass ich rundum begeistert vom Festival war. Keine Engpässe, keine Panik, ausreichendes Geläde und gut strukturierte Shows der Künslter, zumindest die, die ich gesehen habe. Ich möchte ich auch nochmal bei AXE bedanken, dass sie mich auf diesen abenteuerlichen Trip nach Scheeßel eingeladen haben und hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder dabei sein kann. Ein großer Dank geht außerdem an die Jungs von We Like That, mit denen ich viel Zeit am Bierwagen und vor der Bühne verbracht habe. Dort wird auch bald ein toller Film erscheinen, auf den ich schon sehr gespannt bin. Desweiteren könnt ihr mal bei Mike vorbeischauen, der war auch da und hat ein paar nette Impressionen für uns eingesammelt.

1.Foto: dpa, der Rest von mir mit iPhone.

Gesponsert wurde dieser Beitrag von AXE, danke nochmal das ihr mich da hingeschickt habt

Über den Autor

Willy Dr. Lima

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