James Vincent McMorrow – Post Tropical (Review)

17.1.2014
wolfenwax
Music

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Künstler:        James Vincent McMorrowJames-Vincent-McMorrow-Post-Tropical

Release:         Post Tropical (2014) / VÖ.: 17.01.2014

Label:             Believe Records / Soulfood Music

Länge:            40:53 Minuten

 

Wem die Songs „We Don’t Eat“, „From the Woods!!“ oder “Breaking Hearts” etwas sagen, der wird jetzt große Augen machen. „Post Tropical“ heißt die neue Platte von James Vincent McMorrow und eins vorab: Sie ist erfrischend gut.

Der irische Musiker suchte sich einen Ort, der nur gerade mal eine halbe Meile weit weg von der mexikanischen Grenze gelegen ist und schrieb, produzierte und spielte schließlich auch alle Instrumente selbst für das überraschende Werk ein.

Nach dem Debüt „Early In The Morning“ erwartete man ein weiteres, von Gitarrenklängen geprägtes Stück, das an einen Herbsttag am Rande einer irischen Kleinstadt erinnert. Aber das auf dem gleichen Label: „Believe Digital Records“ veröffentlichte Album „Post Tropical“ ist anders, es ist viel mehr als das. Keine Gitarren, dafür viele verschiedene Schlaginstrumente, Synthesizer, Orgel und elektronische Piano Melodien . Und das ist gefühlt nur ein kleiner Teil der klangbildenden Elementen auf dieser Platte. Wir bekommen hier einen James Vincent McMorrow, der sich auf eine Reise gemacht hat und mit diesem Stück Kunst wiedergekehrt ist. Eine tolle Überraschung zum Start in das neue Jahr.

Der Opener: „Cavalier“ ist eine Down Tempo Ballade und bringt sehr gut zum Ausdruck, was das ganze Album verkörpert: Vielfältigkeit, große Gefühle und tolle Rhythmen, die schon fast in die R’n‘B Sparte reichen aber dann doch zu eigen klingen um in eine Schublade hinein stereotypisiert zu werden.

So auch bei dem Titel: „Red Dust“. Harte Drums und simple Handclaps machen hier eindeutig die Hip Hop Einflüsse spürbar. Merkwürdigerweise ohne dabei das Gefühl hervorzurufen, eine Hip Hop Platte zu hören. Er selbst sagt dazu:

„Ich habe vor kurzem eine Festplatte
gefunden mit alten Songs von mir. Ich hatte damals das komplette N.E.R.D. Album neu aufgenommen –
bis auf die Vocals. Einfach so zum Spaß. Ich wollte meinen neuen Aufnahmen eben dieses Feeling geben, das ich an solchen Hiphop-Aufnahmen liebe.“

Und das hat er auch geschafft. Songs wie: „Look Out“ erinnern eher an die Musik von „The Weekend“ und nicht mehr nach einem irischen „Folk“-Sänger (wie er sich selbst sowieso nie gesehen hat).
Genau das spiegelt sich auch im Cover wieder. Wunderschön und paradox zu gleich. Ein Palmenstrand mit Flamingo, und ein einsamer Eisbär auf dem Schnee. Aquarellfarben kombiniert mit moderner steriler Typographie.

Ein insgesamt sehr gutes Album bei dem jede Minute Handarbeit hörbar ist. James Vincent McMorrow hat sich definitiv weiterentwickelt und ist zu einem Ausnahmekünstler avanciert.

 

Mein Anspieltipp: „Cavalier“ und „Gold“.

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Auf Tour:FS-logo

James Vincent McMorrow – Live | Post Tropical | 2014: 

08.02. Dortmund – Konzerthaus

14.02. München – Freiheiz

15.02. Frankfurt – Brotfabrik

17.02. Berlin – Heimathafen Neukölln

18.02. Hamburg – Knust

Weiterführend:

James Vincent McMorrow Homepage & Facebook

 

Über den Autor

wolfenwax

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