Dressed like Machines zu Gast in Detroit #FordNAIAS 2014

18.2.2014
wolfenwax
Allgemein, Stage, Travel Machines

IMG_0628

Anfang Januar, als in den Staaten die härteste Kältewelle seit Jahrzehnten für Chaos sorgte, erhielt ich von Ford eine Einladung nach Detroit. Zur North American International Auto Show. Bei -35 Grad Celsius auf eine Auto Show in Motor City? Naja gut. Ich mein, wann sollte man jemals im Leben nach Detroit fliegen? Klar komme ich mit nach Detroit! Dicke Socken und eine lange Unterhose in den Koffer gepackt und schon konnte das Abenteuer seinen Lauf nehmen. Nach 18 Stunden auf den Beinen (Flieger hatte 7 Stunden Verspätung!) lag ich dann endlich im Westin Hotel auf meinem King Size Bett.

IMG_0756

Der erste Tag auf der Automesse. Zusammen mit den beiden anderen deutschen Bloggern Flo und Kim ging es los zur wichtigsten Automesse des Jahres. Hier stellen jedes Jahr im Januar, dutzende Autohersteller ihre neusten Karossen und Technologien vor. Vom ultraleicht Sportwagen, bis hin zum umweltfreundlichen City Wagen, war hier alles dabei. Ein DeLorean durfte hier natürlich auch nicht fehlen.
Ganz so spannend war die Messe für uns allerdings nicht. Wir wollten Action. Schließlich waren wir in Detroit. Als Lifestyle Blogger zog es uns also raus auf die Straßen der statistisch gesehen, gefährlichsten Stadt der Staaten. Jährlich verlieren hier 400 Menschen ihr Leben. Die Stadt steckt tief in den Schulden, so auch die Bevölkerung. Vergeblich suchten wir nach Einkaufsmöglichkeiten oder kleinen Shops, um auch nur eine Coke zu trinken. Die Straßen waren wie ausgestorben in der Motor City. Hier, wo in den 50er Jahren der amerikanische Traum seinen Lauf nahm. Wo Henry Ford den weltbekannten Ford T vom Fließband produzierte und somit die Stadt zu einer riesigen Autofabrik schuf.

pano_detroit

Später fanden wir heraus, dass vor 40-50 Jahren knapp zwei Millionen Menschen in Detroit lebten. Heute sind es gerade mal 750.000. Fast alle Autowerke haben ihre Standorte verlassen. Und somit auch die Arbeiter und deren Familien. Das wurde uns schnell klar. Denn je weiter wir aus Downtown herausfuhren, desto schlimmer wurde es. Bei uns in Deutschland kaum vorstellbar, stehen dort an jeder Ecke abgebrannte, verlassene oder zerstörte Häuser und demolierte Autos mitten auf der Straße.

IMG_0902

Aus finanziellen Gründen kann die Stadt Vandalismus und Gewalt leider nur sehr selten verhindern. In machen Blocks kam es uns vor, als seien wir in Tschernobyl. Das hört sich zwar hart an, doch anders kann man dies nicht besser beschreiben. Wenn man alleine durch menschenleere Straßen fährt. Oder vor gigantischen Fabrikhallen steht, welche frei zugänglich sind, und der kalte Wind durch die zerstörten Fenster pfeift. Die US Regierung versucht erst seit kurzem der Stadt wieder auf die Beine zu helfen. Bis Ende 2014 sollen die verantwortlichen Politiker einen Finanzierungsplan der Regierung vorlegen, um erste Schritte einleiten zu können. Ich möchte hier jetzt allerdings nicht weiter ins Detail gehen, schließlich waren wir für Ford da. Als kleiner Tipp am Rande empfehle ich Hier eine Kurzdoku mit Jackass Star Johnny Knoxville.

pano_detroit_2

IMG_0725

Ford hatte noch einen wirkliche Granate im Ärmel. Am zweiten Tag stand nämlich die Besichtigung des Mustang Design Studios auf dem Tagesplan. Gestärkt mit kiloweise Bacon, fettigen Donuts und Softdrinks im Magen, stiegen wir in den Shuttle Bus. Eine knappe halbe Stunde später öffnete man uns die heiligen Tore eines kleinen Showrooms auf dem Ford Gelände. Jeder Autoliebhaber wäre hier nun in die Knie gegangen. So auch wir.

IMG_0772

Führende Mustang Designer stellten uns in kleinen Session den neuen Sportwagen von Ford vor. Von der Skizze, zur 3D Grafik bis hin zum ersten Rohling vergeht viel Zeit. Selbst für das Leder der Armaturen gibt es eigene Designer, welche den Look and Feel eines Mustangs zu dem machen was er ist.

IMG_0732

IMG_0777

IMG_0779

Anschließend hatte wir die Gelegenheit eine eigene kleine Spritztour durch die Vororte der City zu machen. Zwar nicht mit einem Mustang, sondern mit dem neuen Ford Taurus – von dem ich vorher zwar noch nie etwas gehört habe, die 380 PS unterm Hintern jedoch als sehr positiv empfunden habe. Perfekte Voraussetzung auch mal weiter rein in die Ghettos zu gelangen. Auf jeden Fall ein spannendes Erlebnis. Doch die Autotüren sollte man vorher verriegeln.
Nach einem saftigen 600 Gramm Steak (04:00 Uhr morgens deutsche Zeit) endete dieser Tag. Gefüllt mit Eindrücken dieser seltsamen Stadt.

IMG_0787

An Tag drei war das ganze Abenteuer dann auch schon wieder fast zu Ende. Nochmals vollgestopft mit Bacon und ausnahmsweise etwas Obst, ging es für zwei Stunden in die Ford Piquette Plant, in dessen Hallen neben dem bekannten Ford T Modell auch noch weitere Kassenschlager der damaligen Zeit produziert wurden. Von hier aus steuerte Henry Ford sein Unternehmen. Nach der Stilllegung in den 70er Jahren wurde das Gebäude schnell Opfer von Vandalismus. Anfang 2000 kaufte es allerdings ein non-profit Unternehmen und restaurierte es. Nun ist es ein Museum mit vielen Original Modellen und zeitgeprägten Toren und Böden. Ihr seht, der Tag stand voll im Zeichen der Geschichte.

IMG_1037

IMG_1057

Schnell vorbei war er allerdings auch. Zurück zum Hotel durfte ich auch schon wieder meinen halben Kleiderschrank einpacken. Bei überraschenden Plusgraden während der drei Tage hätten lange Unterhosen und Wollsocken doch zu Hause bleiben können. Die Ford Dame erzählte mir noch, wie unerträglich es doch gewesen sein soll. Einige Tage zuvor bei -40 Grad! Den Koffer voll Junkfood ging es jetzt zurück nach Deutschland. Vielen Dank für die Einladung von Ford und bis nächstes Jahr. Put your hands up for Detroit!

 

Über den Autor

wolfenwax

Send this to a friend