Love Like Machines #1: Affären

02.2.2014
Sophie Krause
Kolumnen

Love Like Machines (LIM) ist die erste Kolumne auf drlima.net. LIM spielt meistens in Berlin, aber immer in euren Köpfen & somit überall. LIM widmet sich der Liebe & damit allem vom Kopfkino bis Herzklopfen. LIM lügt nicht. LIM fühlt.  Und, zu guter Letzt: LIM ist aus der Sicht einer Frau. Nichts für ungut, Männer, ihr seid nicht an allem Schuld.

Foto by Alexander May

Wir daten uns, wir lernen uns kennen, gehen Essen und ins Kino. Wir kntuschen, begleiten uns nach Hause, ziehen uns aus. Als Frau braucht es nur wenige Dates um zu wissen „der ist geil, ich will den“ oder „nee, irgendwie nicht, lass mal“. Das ist ganz leicht. Hat sich eine Frau einmal entschieden einen Typen nicht für ausreichend zu halten, ist das Ding durch. Weitere Treffen folgen dann nur noch aus Mitleid oder Langeweile. Genauso läuft es bei den Männern auch. Hier sind wir uns also recht ähnlich.
Was aber wenn die Treffen andauern, wenn man sich jeden zweiten Tag schreibt, jeden dritten telefoniert und sich jeden fünften trifft? Wenn die Dates weiter gehen, man sich nicht nur zum Entkleiden trifft, sondern auch zu Wochenendausflügen? Dann wird es, leider fast immer, kompliziert. Denn genau hier ticken Damen und Herren völlig unterschiedlich.
These: die perfekte Affäre gibt es nicht, Männer lassen sich treiben, Frauen suchen nach mehr.
Wenn sich eine Frau entschieden hat, sich auf eine Affäre mit einem Mann einzulassen, dann ist es meistens schon zu spät. Ich schreibe das mit einem Augenzwinkern, denn Fakt ist: es ist der Anfang vom Ende. Denn das Ganze läuft dann ungefähr so ab: wir treffen uns Woche um Woche, haben eine gute Zeit, lernen uns kennen und mögen, der Sex wird mit jedem Fick besser, wir lassen uns fallen, planen bald schon das Treffen für die nächste Woche und überlegen uns kleine Aufmerksamkeiten die wir ihm aufs Kopfkissen legen können. Oft muss es erst gar nicht bis zur Schoki auf dem Polster kommen, bevor der Typ die Hände in die Luft reißt und sagt: „Sorry, aber ich möchte eigentlich wirklich keine Beziehung.“ – Eigentlich. Wirklich. Nicht.
Aber, ey, easy. Kein Ding. Fahren wir eben wieder einen Gang runter. Das läuft schon. Schließlich sind wir schon lange genug auf der Suche nach ein bisschen Halt, ein bisschen Körperlichkeit, ein bisschen Liebe. Wenn wir das also nur einmal alle 14 Tage bekommen, so what. Das geht schon klar. Fakt ist: tut es nicht. Es geht auch gar nicht anders. Wie denn auch? Wenn sich zwei Menschen über einen gewissen Zeitraum mit jedem Tag näher kommen, vertieft sich ihre Verbindung ganz automatisch. Warum sollte man jemanden immer wieder treffen wollen, wenn man ihn nicht mag, nichts für ihn empfindet? Weil Männer das Trennen können? Im ernst?
Argument: ich kenne keine, wirklich keine einzige Frau, die ein lockeres, unkompliziertes Stelldichein auf Dauer befriedigt hätte. Ich kenne hingegen einige Männer, zum Teil auch gute Freunde, die so ein Kistchen locker mehrere Monate ohne Probleme laufen lassen konnten. Frage: wie geht das?
Eine mögliche Herleitung: Der Herr von Welt möchte sich einfach nicht festlegen. Er hat die eine Frau schon gefunden, sie aber wieder verloren. Er hält sich für eine feste Bindung zu jung. Er möchte das Leben genießen. Möchte sein Sperma verteilen, ohne davon Kinder zu bekommen. Er sucht nach diesem einen Weib, was ihn zur Gänze überzeugt. Er weiß nicht was er selbst vom Leben will. Er denkt einfach nicht nach, lässt sich treiben und nimmt alles mit.
Liebe Männer, versteht mich nicht falsch. Die weiblichen und männlichen Herangehensweisen an das, was beide Geschlechter unter einer Affäre verstehen, sind nur einfach von Natur aus so unterschiedlich, das es gar nicht funktionieren kann. Zumindest nicht auf Dauer. Dennoch: die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn manchmal bekommen wir Mädels dann doch was wir wollen. Manchmal. Aber darum geht`s beim nächsten Mal.

Über den Autor

Sophie Krause Die 29jährige zugezogene Brandenburgerin mit Kodderschnauze und Speckgürtel-Dialekt, arbeitet nicht nur an der Fertigstellung ihres Romans, sondern schreibt auch mit großem Vergnügen über die Liebe an und in der Hauptstadt. Musik, Fashion, Party`s, Art - you name it.

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