Im Interview mit Wilhelm Tell Me – Zwischen Yogamatten, Whiskey und Kylie Minogue-Songs

27.11.2014
Fraugoldklee
Kolumnen, Music

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Deutsche Indie-Bands sind sexy! Bestes Beispiel hierfür sind die adretten jungen Herren von Wilhelm Tell Me (siehe oben). Nach einem Besetzungswechsel und mit neuem Schlagzeuger an Bord veröffentlichte die Band um Sänger Henning am 26. September ihre neue EP „A Short Story For The Road“. Produziert wurden diese fünf, durchaus hörenswerten Tracks, in Zusammenarbeit mit keinem Geringeren als Lars Stalfors von The Mars Volta. Im Oktober folgte dann die erste gemeinsame Clubtour durch Deutschland. Und sie fanden es SCHÖN, WUNDERSCHÖN!

Ich habe für drlima.net mit den Jungs mal virtuell die Köpfe zusammengesteckt und einige Insiderinfos abgegriffen, die ich hier gerne mit euch teilen mag. Fakt ist, Wilhelm Tell Me sind nicht nur verdammt witzig, sondern darüber hinaus auch wahre Experten der körperlichen sowie geistlichen Entspannung, Schrägstrich Entgleisung, vor und nach ihren Shows. Bitte nicht schubsen, die haben Whiskey im Rucksack …

Ihr seid einen ganzen Monat lang durch Deutschland getourt – Ist man da jetzt groggy oder könnte glatt weitergemacht werden?

Auf jeden Fall könnte es gleich weitergehen. Das Groggy sein gehört dazu und die beste Medizin ist es, gleich weiterzumachen. Schade, dass uns der Alltag erst einmal wieder zurück hat. Aber jetzt bald beginnt auch die Arbeit an der neuen Platte!

Als junge, knackige Indiepop-Band gehts doch bestimmt auch mal bisschen wild zu auf Tour? Mit viel Alkohol, Groupies und so. Oder seid ihr brave Jungs?

Nun ja, auf Tour entwickeln wir uns innerhalb von nur wenigen Sekunden zurück auf das Niveau von pubertierenden und bescheuerten 17-jährigen Teenagerjungs. Aber klar, zu sehr braven 17-jährigen Teenagerjungs.

Dachte ich mir! Und wie war so euer „erstes Mal“ (auf der Bühne) in neuer Konstellation? 

Das klingt natürlich immer nach Klischee, wenn man sagt, dass es fantastisch war und das man sich mega freut, wenn man die Songs, die im letzten halben Jahr geschrieben und aufgenommen wurden, endlich den Leuten vorspielen kann. Aber so war es wirklich und da wollen wir auch nicht drumherum reden und einen auf „Cool Kid“ machen! (KRACHER!) Wir hatten echt eine großartige Zeit!

Jeden Tag 24-h aufeinanderzuhocken ist bestimmt nicht immer ganz so easy. Geht man sich dann nicht irgendwann mega auf die Nerven?

Jeder, der einmal ein paar Stunden mit Henning im Tourbus gesessen hat, weiß wie wahnsinnig genervt man sein kann.

Wieso?

Da wird der schlimmste Stuss erzählt, den man sich vorstellen kann. Und wenn man denkt, dass es nicht schlimmer kommen kann, stimmt Matthias am Steuer zu Kylie Minogue im Radio ein. Ernsthaft, das ist furchtbar. Richtig furchtbar! Aber auch schön!

Ist Henning vor den Auftritten auch immer so gesprächig? Oder wie sehen die letzten Minuten Backstage aus?

Früher haben wir es mal mit einer Flasche Whiskey vor dem Auftritt versucht. Also jeder von uns. Das war dann nicht so gut – also schon gut, aber nicht soo gut! Seitdem haben wir unsere Yogamatten immer mit dabei. Die gemeinsame „Kerze“, fünf Minuten vor dem Konzert, die bringt’s.

WTF? :D

Gabs auch schon einen waschechten Tour-Hangover?

In Würzburg wurden wir von unseren Freunden des „We Are Wolves Clubs“ nach dem Konzert noch zu einem DJ-Set als Aftershowparty eingeladen. Wir wissen ehrlich gesagt nicht mehr so genau, ob wir jetzt mehr aufgelegt oder getanzt haben, was wir getrunken haben und wie lang es ging. Aber irgendwie hatten wir am nächsten Tag um 13.00 Uhr alle das Gefühl, dass da etwas verdammt richtig gelaufen ist.

Wie geht’s jetzt nach all den Gigs weiter? Erstmal ein paar Tage alleine im Zimmer einsperren, ohne Radio, um Kylie Minogue Songs zu entfliehen? Oder wird noch ein bisschen an der kollektiven Kerze gearbeitet?

Um Gottes Willen nicht einsperren und der Posttourdepression verfallen. Gleich weitermachen. Wir sind wie gesagt schon wieder fleißig am Schreiben. Wir haben ja auch schon ein paar anz ganz neue Songs auf der Tour gespielt, und dann wollen wir so schnell wie möglich wieder auf Tour. Überall. Immer. Aber jetzt „fangen wir erstmal mit der Kick an“, um unseren geliebten Techniker „EL Dejo“ zu zitieren.

Merci!

Über den Autor

Fraugoldklee Laura. 94er Baujahr. musikfanatisch. Keyboard Cat. Irgendwie liebt sie DAS. Überzeugte Gin Tonic-Trinkerin. Oder ein Weinchen vielleicht. Findet, dass die Welt aus lauter lustigen Dingen besteht, die betrachtet werden von lauter traurigen Menschen, die damit nichts mehr anzufangen wissen.

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