Warum Florian Fitz nackt spazieren geht – ein Interview über Ski fahren, Seelengrenzen & die Toskana

22.12.2014
Sophie Krause
Allgemein, Interviews


Florian David Fitz dürfte mittlerweile wohl jedem bekannt sein der ab und zu ins Kino geht oder den Fernseher einschaltet. Mit Filmen wie „Vincent will Meer“, „Männerherzen“ und zuletzt „Hin und weg“ zählt er zu einem der erfolgreichsten Schauspieler unseres Landes.

Die FromAToBeyond-Kampagne der neuen App moovel beschäftigt sich mit dem Thema „What moves you?“. In diesem Rahmen haben wir mit Florian über Inspirationsquellen, Abenteuerlust und dem unterhalten, was ihn nach Drehschluss wieder runter bringt.

Bildschirmfoto 2014-11-24 um 17.33.05

In „Hin und Weg“ begibst du dich mit Freunden auf eine recht lange Radtour. Was war, abgesehen davon, deine bisher längste Fahrradstrecke? Und von wo nach wo hat sie dich geführt?

Oh, ich bin ja überhaupt kein Fan von Fahrradtouren, ich verbinde damit ja immer die endlosen Fahrten ins Zeltlager mit den Pfadfindern, wo ich das heißgeliebte Rad von meinem Opa nicht mehr ganz so cool fand. Der Hintern war irgendwann durchgesessen und es hatte keine Gangschaltung. Ich glaube heute nennt man das Single Speed. Bergauf nicht zu empfehlen. Selbst heute noch blicke ich ungläubig auf meine Freunde, die ihr Rad packen und mal eben in die Berge und zurück rocken. Allerdings nicht Single Speed.

Du kommst aus München. Fährst du gerne Ski? Ist Sport für dich wichtig?

Ich fahre total gerne Ski. Seit ich selber entscheiden kann wie lange und mit wem. Ich mag dieses Gleiten. Diese Geschwindigkeit. Wenn du aus München bist, wirst du ja meistens schon mit drei auf die Piste gestellt. Das wird dann irgendwie zur zweiten Natur. Allgemein ist Sport wirklich essentiell. Sonst werde ich unleidig. Was nicht heißt, dass ich mich nicht überwinden muss…

Von dort ist es auch nicht weit nach Österreich, in die Schweiz, Italien oder Tschechien. Hast du Lieblingsorte in diesen angrenzenden Ländern?

Die Berge sind immer totales Abkabeln. Und da ist man ja meistens schon in Tirol, auf der Bayerischen Seite ist da ja nicht so viel. Italien ist und bleibt ein Traumort- man kann sagen was man will, aber die Toskanafraktion hatte Geschmack. Ausserdem das Essen! Oh, das Essen! Was soll man da noch sagen.

Welche Reiseziele inspirieren dich sonst noch? Und wo hast du zuletzt etwas sehr verrücktes erlebt?

Ich habe noch Indien auf der Liste – irgendwann ist es fällig. Aber ich habe so ein Gefühl, das wird nicht unbedingt erholsam. Ich war Tauchen auf den Malediven – Alter! Das ist wie ein anderer Planet! Letztes Jahr auf Kuba, auch wahnsinnig spannend, da ist es echt noch ein Abenteuer, weil man nicht so easy mit dem Handy und dem Navi überall hinnavigieren kann. Da kann man echt noch Abenteuer in dem Sinne erleben, dass man wirklich nicht weiß wie und wo der Tag endet.

Wo findest du deinen Ausgleich? Was holt dich runter? Ist es Sport? Meditation? Sauna? Kochen?

Ziemlich gut zusammengefasst. Alle vier sind super! Und, natürlich! Spielen mit den Kumpeln!

Woher kam deine Inspiration einen Film wie „Vincent will Meer“ zu machen? Gibt es da einen persönlichen Hintergrund?

Ich hatte im College eine Art Lehrer, der Tourette hatte, davor hatte ich davon keine Ahnung. Der hat das ziemlich cool gemanaged, deshalb war das auch keine große Sache für uns. Mir ist das später wieder über den Weg gelaufen, als ich nach einem Stoff gesucht habe. Ich dachte mir, wenn jemand unter so erschwerten Bedinungen zu sich selber findet und sich dem Leben öffnet, das wäre für mich eine tolle und erzählenswerte Geschichte.

Schauspieler müssen sich sehr gut kennen, um überzeugend performen zu können. Schon in der Ausbildung geht es emotional ans Eingemachte. Gab es Rollen in deinem Leben, die dir fast schon zu nah waren?

Es ist ja eher so, dass man die Seelengrenzen von innen ausbeult und feststellt, he, es ist viel mehr vorstellbar, als in meinem privaten kleinen Leben so abgerufen wird. Manchmal ist es fast so als erweitere dieser Beruf den Menschen.

Vorstellungskraft, Selbstvertrauen – sind das Dinge die man erlernen kann?

Erlernen nicht, aber definitiv üben.

Hast du noch das Gefühl, über dich hinaus zu wachsen?

Ja, vor allem in die Breite. (lacht) Wir meinen damit ja eher über Grenzen hinauswachsen, an die wir uns gewöhnt haben. Ja, ich glaube, der Beruf und das Leben bringt das so mit sich.

Bildschirmfoto 2014-11-24 um 18.33.41

Und zum Schluss: Wenn du alles auf dieser Welt machen könntest – von einem Flug ins All bis zur Regierung eines Landes – was würdest du tun?

So im Sinne von allmächtig? Ich würde den Kantschen Imperativ wie eine Art positiven Fluch über die Menschheit legen: alles was wir anderen tun, spüren wir sofort am eigenen Leib und Seele. Das würde den Gang der Geschichte ziemlich gravierend verändern. Und ganz konkret aus Jux und Dollerei? Einmal Schwerelosigkeit!

Und was bewegt dich? Lust auf Reisen bekommen? Auf moovel kannst du ganz easy dein Reiseziel angeben und bekommst auf einen Blick alle möglichen Verbindungen ausgewiesen – von Bus und Bahn über Taxi und Mitfahrgelegenheiten bis hin zu den nächsten car2go`s und Fahrradmietstationen.

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit moovel.

&nbsp

Über den Autor

Sophie Krause Die 29jährige zugezogene Brandenburgerin mit Kodderschnauze und Speckgürtel-Dialekt, arbeitet nicht nur an der Fertigstellung ihres Romans, sondern schreibt auch mit großem Vergnügen über die Liebe an und in der Hauptstadt. Musik, Fashion, Party`s, Art - you name it.

Send this to a friend