Kwabs im Interview über Gänsebraten, Walk, Plan B & SOHN

06.1.2015
Sophie Krause
Interviews, Music

„Gotta slow up, gotta shake this high / Gotta take a minute just to ease my mind / Cause if I don’t walk then I get caught up / And I’ll be falling all the way down.“ Diese vier Zeilen werden nicht nur in meinem Hirn Loopings auf der Ohrwurm-Achterbahn gedreht haben. Der Londoner Sänger Kwabs landete mit seiner ersten Single „Walk“ den Hit zum Jahreswechsel und sicherte sich direkt mal den 1. Platz der itunes Charts.
Wir hatten Kwabs im neuen Jahr an der Strippe, um zu hören, auf was wir uns 2015 von ihm freuen können.

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Wie war dein Tag bisher? 

Ich bin durch Köln gestreift und hatte verschiedene Interviews und Auftritte. War recht aufregend alles.

Du warst vor kurzem auch in Berlin. Wie hat es dir dort gefallen?

Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, die Stadt zu erkunden. Berlin ist eine tolle Stadt und hat eine so interessante Geschichte. Die Berliner Mauer habe ich nur kurz gesehen, mir aber fest vorgenommen, mir auch dafür beim nächsten Besuch mehr Zeit zu nehmen. Ich werde definitiv wiederkommen!

Die nächste Frage stelle ich jedem, mit dem ich ein Interview führe: was hast du heute schon gegessen?
Zum Mittag hatte ich ein Fischgericht, italienisch angehaucht. Und kurz bevor du angerufen hast, habe ich eine Banane gegessen. Zum Frühstück gab es Eier, die sehr lecker waren. Am liebsten aber mag ich südafrikanisches Essen, wie das, was meine Eltern immer gekocht haben.

Plan B hat nicht nur die Single „Pray for love“ produziert, sondern wird dich auch bei deinem für 2015 angekündigten Album unterstützen. Wie ist es mit ihm zu arbeiten?

Er ist wirklich toll. Er ist ein unglaublich fokussierter Künstler mit einer Vision. Für mich ist es eine tolle Erfahrung mit ihm zusammen arbeiten zu können, da er seiner Kunst sehr verschrieben ist.

Wie viel Zeit verbringst du denn gerade im Studio?

Im Moment gerade gar nicht so viel, weil das Album schon fast fertig ist. Wir arbeiten nur noch an den finalen Details. Ich habe einfach die letzten Jahre genug Zeit im Studio verbracht. Irgendwann hatten wir die Songs die wir brauchten. Deswegen bin ich aktuell viel unterwegs, habe viele Promo-Termine. Der Support den ich in Deutschland bekomme ist zum Beispiel unglaublich.

Was magst du am Musiker sein am meisten? Das Song-schreiben, Einsingen, Produzieren oder Performen?

Ich selbst produziere ja gar nicht wirklich, sondern bin froh, mit so vielen tollen Produzenten zusammenarbeiten zu können, die mich in meiner Kreativität unterstützen. Aber das eigentliche Performen, das raus und auf die Bühne gehen, dass mache ich dann schon am liebsten. Singen und die Leute darauf reagieren sehen, auf die Worte und die Emotionen die du hattest, als du den Song geschrieben hast.

Du hast auch mit SOHN gearbeitet. Wie habt ihr euch kennengelernt?

Wir haben uns kennengelernt, als wir das erste Mal zusammen gearbeitet haben. Das war vor ca. 1,5 Jahren im Sommer. Ich dachte, dass er mich und meine Musik versteht. Und dann war es wirklich simple. Wir haben uns einfach ran gesetzt und den ersten Song aufgenommen. Ich kannte seine Musik und er meine, aber wie wirklich wichtig eine Zusammenarbeit mit ihm für mich wird, wusste ich erst, als wir zusammen im Studio waren und wir uns so gut ergänzt haben. Der Rest ist Geschichte, denn wir haben ja nun auch einen Song, der mit aufs Album kommt. Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft viel miteinander machen werden.

In deinem aktueller Song „Walk“ geht es darum, weiter zu machen bis man dort ankommt, wo man landen soll. Wo willst du irgendwann einmal ankommen?

Ich denke nicht über den finalen Platz für mich nach, sondern darüber, immer dort zu sein, wo ich glücklich bin. Da gehöre ich hin. Wenn sich das was ich gerade tue an irgendeinem Punkt nicht mehr gut anfühlt, dann muss ich inne halten und kontrollieren, ob ich noch das Richtige tue oder eine andere Richtung einschlagen sollte. Ich möchte immer das tun, was ich liebe. Und das hier gerade liebe ich.

Wann schreibst du am liebsten? Und hast du ein Buch, in dem du deine Ideen vorab festhältst?

In der Nacht. Vorausgesetzt ich bin wach genug. Und ich mag es zu schreiben, wenn ich ruhig und entspannt bin und eine Tasse Tee trinken kann, am liebsten auch wenn es draußen dunkel ist. Das mit den Ideen variiert. Manchmal schreibe ich die texte direkt, manchmal wandere ich eine Weile mit ein paar Zeilen im Kopf herum. Wenn sie nach ein paar Tagen immer noch da sind, sind sie es wahrscheinlich wert, etwas damit zu machen.

Weihnachten ist noch gar nicht lange her. Wie hast du die Tage verbracht?

Ich habe die Tage dieses Jahr mit Freunden verbracht. Es war sehr traditionell. Sie haben mir einen dieser großen Socken besorgt. Eigentlich bin ich mit 28 dafür ja viel zu alt, aber wenn es die Tradition so will (lacht). Vielleicht ist man dafür aber auch nie zu alt.

Gab`s einen lecker Gänsebraten?

Nee, aber eine Pute. Das ist bei uns ja traditionelles Weihnachtsessen.

Und dazu sicher Weihnachtslieder die ganze Nacht. Da können deine Freunde ja froh sein, dass sie dich in ihrer Runde hatten. 

Genau. (lacht)

Letzte Frage: worauf freust du dich in 2015, abgesehen von deinem Album-Release?

Ich bin nominiert für den „BBC Sound of 2015“. Das ist wirklich ein guter Auftakt für das neue Jahr. Darauf freue ich mich sehr. Ich habe große Lust mehr Konzerte zu spielen und meine Musik unter die Menschen zu bringen. Ich werde dorthin gehen, wo mich meine Musik hin führt. Und ich bin sehr gespannt darauf, wie das ausgehen wird.

Also wie in deinem Song, you just „walk“.

Yeah, genau.

Danke für deine Zeit und das Gespräch.

Die Veröffentlichung von Kwabs ersten Album ist für den 18.05.2015 angekündigt. Wir wünschen ihm dafür viel Erfolg!

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Über den Autor

Sophie Krause Die 29jährige zugezogene Brandenburgerin mit Kodderschnauze und Speckgürtel-Dialekt, arbeitet nicht nur an der Fertigstellung ihres Romans, sondern schreibt auch mit großem Vergnügen über die Liebe an und in der Hauptstadt. Musik, Fashion, Party`s, Art - you name it.

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