DRLIMA zu Besuch: Street Food Festival Cologne

07.3.2015
wolfenwax
Interviews, Kolumnen

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Eat Like a Machine. Unter diesem Motto war ich zu Besuch auf dem Kölner Street Food Festival und konnte mich dort durch allerlei neuartige Geschmäcker und absolut fantastisch duftende Gerichte wühlen und probieren.

Das Fast Food längst über die Theken der großen Restaurantketten hinausgeht ist kein Geheimnis mehr. Die drei Veranstalter des Street Food Festivals, wollten einen Raum für Genießer schaffen. Entspannte Atmosphäre, gute Musik, eine tolle Location und vor allem reichlich Stände und Food-Trucks die durch ihren kulinarischen Individualismus bestechen und begeistern.

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„Es geht nicht nur darum irgendwo hinzugehen, sich den Bauch voll zu schlagen und dann satt wieder heimzugehen. Nein, es geht vor allem auch darum sich über Esskultur und Lebensmittel zu Unterhalten und sich auszutauschen“ sagten uns die Jungs der Straßenküche.

Gleich zu Beginn wurden wir bei der Führung für Blogger und Journalisten mit einem wunderbarenDSC02149 Kaffeegetränk begrüßt. Als erfahrener Barista weiß ich einen aus hochwertigen Bohnen, gut gezogenen Espresso natürlich zu schätzen und wurde nicht enttäuscht. Die Jungs und Mädels von der Kaffeefahrt zauberten uns einen wunderbaren Robusta/Arabica Espresso, der ein perfekt ausbalanciertes Verhältnis von Säure und Kraft hatte und wirklich toll zum trinken war. Auch bei meiner Fotografin war die Latte Art in Perfektion in den Becher für ihren Cappuccino gezaubert worden. Alles in Allem ein sehr guter Start in einen tollen Tag.

DSC02061Anschließend ging es dann auch direkt mit der Einführung von Till, einem der Veranstalter weiter. Ein paar kurze auflockernde Worte und Grundgedanken zu dem ganzen Event. Leicht nervös aber sichtlich überzeugt von dem was er macht wurden wir dann auch rasch zu den ersten Food Ständen geführt:

J. Kinski

Pastrami-Sandwiches der allerfeinsten Extraklasse. Keine Zusatzstoffe, frei von Allem. Selbst das Mehl für ihr Brot stammt aus eigener Produktion und für diese leckeren Sandwiches gilt natürlich: Ausschließlich regionale Bio Zutaten kommen auf das Brettchen.

Doch der eigentliche Star ist das Pastrami. Unzählige Stunden in Marinade ausgeharrt um dann bei ganz niedriger Temperatur gegart zu werden um zur Vollendung in hauchdünne, rosane Scheiben geschnitten zu werden. Sieht nicht nur verdammt lecker aus, ist es nämlich auch!

Die Straßenküche

Authentisches Essen mit thailändisch-kantonesischen Touch. Als ersten Gang bekamen wir ein wunderbares
Auberginen Chutney, welches wirklich auf Punkt abgeschmeckt war. Hinzu kam ein Stück frittierter Schweinebauch, welcher zwei Tage in immer wieder und wieder aufgestocktem Fond mariniert wurde und dann bei geringer Hitze 68 Stunden garen konnte. Verfeinert mit der hauseigenen Gewürzmischung aus sieben Kräutern. Eine wahre Geschmacks- und Aromenexplosion. Etwas frischer Lauch und Koriander machten das Ganze zu einer runden Sache.

Als zweiten Gang servierte man uns mit Soya und Honig glasierte Chicken Wings, die durch ihre leichte Sesamnote ebenfalls zu einer aromatischen Bombe im Mund wurden. Man hat hier auf jeden Fall die Liebe geschmeckt die, die Jungs in ihre Arbeit stecken. Kurz und knapp: Wer hier isst, der versteht den Begriff Soul Food auf eine ganz neue Art und Weise.

Los Carnales

Den Mexikanern vom Gelände ist es ebenfalls sehr wichtig authentisch zu kochen. Sie haben es in Mexiko gelernt und wollen genau dieses Know How hier anwenden. Funktioniert. Reduzierte Küche die sich auf das Wesentliche beschränkt. Das ganze tut dem Geschmack überhaupt keinen Abbruch – im Gegenteil. Hausgemachte Weizentortillas, mit gutem Biofleisch (Schwein oder Rinderzunge), tollem aromatischen Käse und vier verschiedenen Salsasoßen. Kleine Anekdote dazu: Jede der vier Salsasoßen ist für Etwas anderes gut. Liebe, Geld, Gesundheit und Glück. Ich habe natürlich die Schärfste probiert und mir ist wirklich der Kiefer weggeflattert. Aber der Geschmack war einfach genial und hatte nicht das geringste mit dem Liefermexikaner um die Ecke zu tun.

Der kleine Munchkin

Nach den ganzen herzhaften Köstlichkeiten wurde es dann auch langsam Zeit für ein kleines Dessert. Mal weg von dem ganzen gesunden und zusatzfreien Stock, Slow- und Fast Food.
Hin zu fettigen, ungesunden frittierten Teigbällchen. Wahlweise mit Oreos, KitKat oder Snickers gefüllt. Angehaucht von der amerikanischen Küche und American Way of Life lieferte man uns hier grundsolide Dickmacher, die einfach unglaublich geil geschmeckt haben. Zugegeben, nach einem Bällchen war man pappesatt, aber ich würde es wieder tun. Tolle Idee!

Pankowalski

DSC01958Der nächste Zwischenstopp war dann bei den hübschen Jungs & Mädels von Pankowalski, die neben traditioneller,
 polnischer Küche auch noch Schnaps am Start hatten. Den haben wir auch dringend nach dem kulinarischen Marathon gebraucht.
Vodka mit Honig, Ingwer, Kardamon und Nelke, sowie Vodka mit Ingwer, Minze und Limette standen zur Auswahl. Ich habe von beiden Mehrere probiert und hatte letztenendes nicht nur leicht einen sitzen, sondern war auch von dem tollen Geschmack beeindruckt. Man hat die frischen Zutaten sehr präzise rausgeschmeckt und auch der gute Vodka machte seinen Teil.

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Kurze Pause vor dem Finale am Hot Dog Truck und gleichzeitig meinem persönlichen Favoriten.

DSC02071Also setzten wir uns kurz, zündeten eine Zigarette an und resümierten und plauderten bei einem leckeren Hamburger Craftbier über Lebensmittel, Kochtechniken und die unglaubliche Vielfalt von Menschen die an diesem wechselhaften Sonntag zusammen gekommen sind, um zu essen und eben auch über Dieses zu quatschen.

The Final Round.

The Wurst Case Szenario

Im Vorfeld waren mir die Jungs in dem amerikanischen Foodtruck keine Unbekannten. Mit dem Laden „Die FetteDSC02047 Kuh“ liefern sie schon seit Jahren die wohl besten Burger ab, die ich je essen durfte.
Nun aber mit einem anderen Konzept was keinen deut weniger lecker war. Hot Dogs in allen Variationen. Weißwurst mit Kraut im Laugenbrötchen, spanische Wurst mit Chorrizzo oder mein persönliches Highlight: Der Soft-Shell Crab Burger. Eine so etwas von großartige Speise, das mir im Vorfeld schon das Wasser im Munde zusammen lief.

Als Ganzes frittiert, als Burger DSC02080mit einer leckeren hausgemachten Zitronenmayo serviert kam die Krabbe auf meinen Teller. Habe ich in der Form vorher noch nie gesehen und war von daher auch schwer am staunen, als mir der freundliche Koch versicherte: „Du kannst das geile Teil mit allem drum und dran verputzen“. Alles klar, weg war der Soft-Shell Crab Burger und mit ihm jeglicher Hunger den ich mit auf das Festival gebracht habe. Ein absolut geiler Geschmack und eine wirklich tolle Konsistenz. Vielen Dank Jungs.

Anschließend unterhielt ich mich noch eine Weile mit den ganzen anderen Foodbloggern und Journalisten und tauschte meine Erfahrung über den Tag aus. Nebenbei füllte sich dann das Gelände und an nahezu jedem Stand bildeten sich üppige Schlangen von Menschen, die nur darauf warteten das Gleiche zu erleben wie ich in den zweiundeinhalb Stunden zuvor.

Als kleines Dankeschön gab es noch von der Dehly&deSander Patisserie aus Bonn ein kleines Goodiebag. Gespannt öffnete ich meinen kleinen Pappkarton und fand dort einen Haufen kleiner Küchlein und Macarons vor, die nach Butter, Frucht und einfach nur köstlich dufteten. Obwohl ich schon wirklich seit längerem mehr als satt war, musste ich doch noch mal probieren und konnte die Finger nicht davon lassen. Großartig, ein Minischokokuchen mit Pistazienfrosting war nur ein kleiner Teil von dem Ganzen. Auch die bunten Maccarons waren mit Abstand die Besten, die ich je zu essen bekam. Ganz ihrem Motto nach #KuchenDerRockt.

Gegen Ende unserer Führung trudelten dann auch  ein paar Freunde ein und ich konnte die Arbeit ablegen und auchDSC02172 noch ein paar Stündchen schlendern, etwas trinken und mir ein ganz privates Bild von dem Ganzen machen. Es war ein wunderbarer Tag und ich bin mir selbst sehr dankbar, mich für diese Art von Lebensmitteln zu interessieren. Ich habe viele wertvolle Gespräche über Essen, Fastfoodketten und Action Bronson geführt und hatte eine Menge Spaß mit den Menschen vor Ort. Vielen Dank!

Das was die Jungs da auf die Beine gestellt haben ist nicht nur ein Platz wo man zum Essen hingeht, hier treffen sich die unterschiedlichsten Menschen und gehen respektvoll und friedlich miteinander um. Da kann man wohl doch sagen: Liebe geht durch den Magen.

Kleiner Tipp am Rande, früh kommen lohnt sich:

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Falls ihr auch mal eines der Festivals besuchen möchtet oder mehr darüber erfahren wollt, hier sind die offiziellen Anlaufstellen:

Offizielle Website // Facebook //Twitter // Instagram

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Auch ein großes Dankeschön an die Fotografin Lisa Pfeiffer für ihre tatkräftige Unterstützung.

Can Özbilgin.

Über den Autor

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