The shallower it grows: Ein Interview mit The Avener

01.3.2015
Torge
Interviews, Music

The Avener - HD©Tim Rosemberg_8

the shallower it grows
the shallower it grows
the fainter we go
into the fade out line

Seit dem vergangenem Spätsommer konnte sich kaum einer von diesem wohltuendem Ohrwurm retten. Als gelernter und etablierter Club-DJ landete Tristan Casara alias The Avener mit dem Rework von Phoebe Killdeer and the Short Straws „Fade Out Lines“ einen Überraschungshit. Die Nummer ging sofort auf den ersten Platz der Media-Control- und der iTunes-Charts und hat auch in Deutschland längst Goldstatus erreicht.

Sein Debütalbum „The Wanderings of the Avener“ erschien vor wenigen Tagen und wir trafen den französischen Musiker und Producer zum virtuellen Interview.

Hey Tristan, danke erstmal fürs Zeit nehmen. Wie war dein Tag bisher?

Heute war Promotag. Also Interviews für Magazine und fürs Fernsehen. Ich bin auch ein bisschen erschöpft, dennoch freue ich mich auf deine Fragen!

Mit deiner Version von „Fade Out Lines“ hast du einen riesigen Hit gelandet. Mit deiner Erfahrung und deinem musikalischen Wissen in Petto, hast du mit solch einem Erfolg gerechnet? Immerhin hast du mit der Nummer in Deutschland Goldstatus erreicht.

Nicht einmal geträumt habe ich davon. Vielleicht weil ich angst hatte, dass es eh nie passieren wird? Ich glaube nicht, dass man einen Erfolg wie diesen planen kann. Dankbar bin ich darüber in jedem Fall!

Du bist in Nizza geboren und aufgewachsen, richtig? Frankreich ist ja bekannt für seine erfolgreichen DJs und Produzenten wie Daft Punk, David Guetta, Madeon oder Kavinsky, um nur einige zu nennen. Was ist es, das die elektronische Musikszene bei euch so groß, erfolgreich und abwechslungsreich macht?

Ja genau, in Nizza, im Süden von Frankreich. Wo der Erfolg herkommt, kann ich nicht sagen. Auf französisch würden wir sagen, da ist ein „je ne sais quoi“ mit französischen Producern. Das heißt so viel, wie irgendwas unerklärliches. Der französische Touch? Irgendeine Art Erlesenheit vielleicht?

Mit deinen überarbeiteten Versionen von Werken von Phoebe Killdeer und Rodriguez gräbst du ganz schön tief in der Musikgeschichte. Ist das so eine Art einer persönlichen Mission? Das gute alte Zeug einem jungen, breiterem Publikum zu präsentieren?

Auf jeden Fall, ja! Ich höre so viel Musik, und wenn ich etwas höre was mir gefällt, will ich es mit meinem Publikum teilen. Damit das ganze dann auch auf den Dancefloor passt, muss ich den jeweiligen Track leicht überarbeiten. Ein deutscher Journalist nannte mich kürzlich deswegen den Archeologen, den Indiana Jones der Dance-Szene. Ich fand es nicht nur sehr lustig, wahr ist es wahrscheinlich auch.

Neben der Musik generell, findest du ab und an noch Zeit den ein oder anderen Film zu gucken, oder gar eine Serie die du empfehlen kannst? Und wo wir schon dabei sind, hast du jemals daran gedacht die Musik zu einem Film beizusteuern?

In letzter Zeit leider nicht, aber die letzte Frage möchte ich dir beantworten: ja, ja und ja. Ich denke oft darüber nach, einen Film zu scoren und ich hoffe, dass ich irgendwann die Gelegenheit dazu bekomme.

Wir kommen dem Ende entgegen. Dein Debütalbum „The Wanderings of The Avener“ hat eine ziemlich lange Liste mit Gästen und Cameos, gibt es irgendeinen anderen Künstler da draußen den du bewunderst und mit dem du gerne mal zusammenarbeiten willst?

Ich würde gerne mit Sam Smith arbeiten, also bevor er kürzlich so erfolgreich wurde. Ich drücke die Daumen dass ich wenigstens einen Track mit ihm machen kann, irgendwann.

Nochmals, danke dass du dir die Zeit genommen hast. Wir hoffen dass dein Album so erfolgreich wird wie die erste Single und wünschen dir weiterhin viel Glück!

Danke dir Torge!

Cover_The Wanderings Of The Avener

Passend zum Albumrelease am 20.02. veröffentlichte der Franzose das Musikvideo für seinen Edit von „Hate Street Dialogue“, welches im Original vom lange übersehenen Sixto Rodriguez stammt. Gedreht wurde es vom Regisseur Mikael Colombu, der auch schon Videos für Drake, The Weeknd und Cee Lo Green gemacht hat. Sein von ihm erfundener Jankyvision-Animationsstil ist einmalig und bringt auch die zweite Singleauskopplung von The Avener perfekt rüber.

Über den Autor

Torge @TorgeSantjer | noisiv.de | Hamburg | #23

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