In Memoriam: LucasArts Games

24.4.2015
Willy
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Wir schreiben das Jahr 1982. Das Jahr nach dem ersten „Indiana Jones“-Film und vor dem vorerst letzten „Star Wars“-Film. In diesem Jahr gründete George Lucas sein eigenes Gamestudio und nannte es zunächst „Lucasfilm Games“. Besser bekannt wurde die Spieleschmiede unter dem 1991 etablierten Namen „LucasArts“, die vor allem durch ihre „Point’n’Click“-Adventures Videospielgeschichte schrieben.

Zugegeben, das Entwicklerstudio hatte es von Anfang an leichter als andere. Nicht nur, dass George Lucas dafür mit seinem Namen stand – und anders als heute hatte der Name George Lucas in den 70er und 80er Jahren nahezu Gottstatus. LucasArts hatte von Haus aus die Lizenzen für Star Wars und Indiana Jones, zwei Goldgruben, die teilweise exzellent in Games umgesetzt wurden. Die besten „Star Wars“-Games hat jüngst das Technikmagazin Turn On hier zusammengefasst.

Mit Titeln wie Maniac Mansion, Monkey Island, Day oft the Tentacle und Sam & Max erschienen Games, die ohne Zweifel bis zum heutigen Tag das Adventure-Genre bestimmen. Hinter den Meisterwerken stecken Legenden der Entwicklerszene wie Tim Schafer, Peter McConnell und Ron Gilbert.

Guybush Threepwood

Bildrechte: Flickr Guybush Threepwood Paul Downey CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Knapp zwei Jahrzehnte, bis 2005, konnte LucasArts ganz oben mitspielen. Aber mit dem neuen Jahrtausend wurde es für das Studio zunehmend schwerer. Es reihten sich unzählbare „Star Wars“-Franchise-Titel aneinander, die selbst Hardcore Fans nicht mehr zufriedenstellen konnten. Das Ende kam dann doch irgendwie überraschend. 2012 gab George Lucas bekannt, sein Gaming-Imperium an Disney zu verkaufen. Dort hieß es zunächst, es werde sich dadurch nichts für das Studio ändern. Doch bereits ein halbes Jahr später wurden nahezu alle Mitarbeiter entlassen und alle laufenden Projekte, darunter das vielversprechende „Star Wars 1313“, eingestellt. LucasArts wird demnach nicht mehr selbst Spiele produzieren, sondern nur noch als Lizenzgeber eine Rolle spielen. So erteilte das Studio im Mai 2013 die „Star Wars“-Lizenzen für PC- und Konsolenspiele an Electronic Arts.

Von LucasArts‘ Seite dürfen wir also nicht mehr viel erwarten, stattdessen sollten wir auf die ehemaligen Entwickler blicken. Allen voran Ron Gilbert, den Schöpfer von Monkey Island. Jüngst berichtete play3.de, dass Gilbert an einem neuen Adventure mit dem Titel „Thimbleweed Park“ arbeitet, dass das Adventure wieder etwas weg vom cineastischen Storytelling und zurück zu mehr Rätseln bringen soll. Wir sind verdammt gespannt.

Über den Autor

Willy Dr. Lima

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