In Perleberg ist die Welt noch in Ordnung – #jesuiswaescheleine

18.1.2016
Markus
Web

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Letzte Woche berichteten wir von dieser schweren Tat, die sich im brandenburgischen Perleberg ereignete. Die Bürger dieses Landes waren dermaßen über die Kriminalität, die mittlerweile herrscht besorgt, dass sie die Meldung über die Seite Perlen des Lokaljournalismus satte 3000 mal über Facebook teilten. Die verantwortlichen Herausgeber dieser besorgniserregender Nachricht von der Prignitzer Zeitung hingegen, gaben nun in einem Statement bekannt, dass wohl weder zwangsweise die verdorbene Jugend, noch kriminelle Flüchtlinge etwas damit zu tun haben:

Wir sind nicht ganz stolz auf die Meldung. Doch es kann schon mal passieren, wenn der letzte Schreiberling nachts in der Redaktion gerade das Licht ausmachen will und dann noch einmal das Telefon klingelt: „Die Tanzprobe morgen im Vereinshaus fällt aus. Bitte nicht drucken!“ – Dann werden panisch E-Mails und Amtsblätter durchforstet, Presse-Sprecher aus dem Bett geklingelt. In diesem Moment der Aussichtslosigkeit erscheint sie dann – die Polizei-Meldung. Wie der Heilige Gral, der Kaffee am Morgen, das Pausenklingeln nach der Algebra-Stunde.

Das Highlight sind indes die Kommentare, die sich mittlerweile unter dem Artikel gesammelt haben:

Jasko:  Die Täter sind offensichtlich geflüchtet, es handelt sich also um ein klares Flüchtlingsproblem, und wie immer tun die da oben nichts!“

Kristin: „Die Wäscheleine hatte bestimmt keine Armlänge Abstand zum Täter.“

Wolfgang:  „Bestimmt Asylanten, die die Wäsche gegessen haben.“

Timo:  „Lasst uns alle unser Profilbild in das einer Wäscheleine ändern.“

Frank: „Und die Mainstream-Presse hat es natürlich wieder vertuscht.“

Jonas: „LÜGENWÄSCHE!“

Oliver:  „Ich werde nun eine Bürgerwehrgruppe gründen, welche die Sicherheit deutscher Wäscheleinen sicherstellt!“

Werner: „Wenn die Wäsche im Keller auf dem Boden liegt, dann ist dies nicht mehr mein Deutschland!“

Und so fügt die Zeitung hinzu:

Die meisten Kommentare zum Beitrag spiegeln auf ironische Weise genau das wider, was seit Monaten unter fast jedem Facebook-Beitrag zu lesen ist. Ein Überfall: Das waren bestimmt die Flüchtlinge. Einbruch: Flüchtlinge. Schlägerei: Flüchtlinge. Irgendetwas, das nie statt gefunden hat: Flüchtlinge. Dabei ist es halt einfach manchmal so, dass die schlimmste Nachricht des Tages eine durchtrennte Wäscheleine ist. So wie in Perleberg. Da ist die Welt eben noch in Ordnung. Und nicht hinter jeder Nachricht verbirgt sich eine Weltverschwörung.

Gut zu wissen.

via Prignitzer // Gesehen bei Perlen des Lokaljournalismus

Über den Autor

Markus xxx

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