Diese Bäckerei in Hamburg verkauft ausschließlich Brot vom Vortag

02.4.2016
Markus
Web

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Das Brot gilt seit jeher als Metapher für all unsere Lebensmittel. Kein Wunder, steht es nicht nur in der Bibel als Symbol des Wohlstands, sondern betrachtet man auch den Pro-Kopf Verbrauch der leckeren Laibe in Deutschland. Egal ob Roggen, Weizen, weich oder knusprig, unser „täglich Brot“ festigt mit 86kg jährlich seine Spitzenposition als Grundnahrungsmittel.

Leider scheint die Einstellung mancher gegenüber Brot und Lebensmitteln im Allgemeinen in den letzen Jahren stark zu schwanken. Irgendwo zwischen Wertschätzung und Verschwendung. Hintergrund ist klar und war gerade in letzter Zeit immer öfters in den Medien ein Thema: Wir hauen alle zu viel Essen in die Tonne, laut den Taste The Waste Recherchen sind es 50 Prozent aller Lebensmittel. Die „BrotRetter“ aus Hamburg haben der Verschwendung von Brot nun den Krieg erklärt – mit einem Laden, der ausschließlich Brot vom Vortag verkauft.

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Ich möchte hier wahrlich keine Zeigefinger-Predigt abhalten, sehe ich mich 1.) nicht in der geeigneten Position dafür, noch bin ich zugegebenermaßen ein Paradebeispiel für bewussten Lebensmittelkonsum. Nicht selten erwischt man sich doch dabei, dass man die letzten Scheiben des angetrockneten Toastbrots in die Tonne kloppt, anstatt sie in Paniermehl zu verwandeln oder „Armen Ritter“ daraus zu machen. Auch kein Act.

Während sich die Verschwendung von Brot in den Haushalten vergleichsweise aber noch im Rahmen bewegen, wird dieser spätestens in den Supermärkten und Bäckerrein gesprengt. Niemand mag Reste – und so werden alleine schon aus Marketing-technischen Gründen die Auslagen bis in den späten Abend prall mit Broten und Brötchen gefüllt, nur um ein paar Stunden später im Abfall zu landen.

So funktioniert das Projekt BrotRetter:

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Im Hamburger Stadtteil Lohbrügge eröffnete daher vergangenen Donnerstag mit „BrotRetter“ eine Bäckerei, die in Kooperation mit der Obdachloseninitiative „Hinz&Kunzt“ aus den Filialen der Bäckerei Junge das übriggebliebene Brot einsammelt und am nächsten Tag günstig verkauft. Junge-Geschäftsführer Tobias Schulz erklärt das so:

„Menschen und Produkten eine zweite Chance zu geben – das war die Idee hinter dieser Initiative.“

Denn das Projekt hilft gleich doppelt: Hinter der Theke der „BrotRetter“ stehen nämlich Obdachlose, die durch die Einstellung in dem Laden zurück in die Gesellschaft integriert werden sollen. Hinz&Kunzt-Geschäftsführer Jens Ade:

„Fünf Männer, die allesamt aus Osteuropa stammen, erhalten in dem BrotRetter-Geschäft eine neue Perspektive“.

So geht BrotRetten.

Posted by BrotRetter on Thursday, March 31, 2016

 

Ich weiß, keine allzu neue Erkenntnis, sondern eher ein hausgemachtes Problem: Man redet viel – selber wirklich etwas ändern, tut man selten. Ich fauler Sack bin da keine Ausnahme. Wenn ich allerdings etwas im meinem noch jungen Dasein als Schreiberling gelernt habe, dann das man doch etwas erreichen kann, wenn man immer und immer wieder auf spannende Projekte und Initiativen, die der Lebensmittelverschwendung den garaus machen wollen hinweisen kann. Sammelt vielleicht nicht so viele Likes wie ein Katzenvideo, ist aber nicht minder uninteressant.

via Utopia

Über den Autor

Markus xxx

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