„River Raid“ – Ein verbotenes Killerspiel aus dem Jahr 1984

27.7.2016
Markus
Web

Ihr denkt die Debatte um Killerspiele und wie sie Jugendliche zu Aggressionen verleiten ist neu? Naja, ne. Schließlich wurde bereits nach dem Amoklauf von Erfurt am 26. April 2002 die ersten Forderungen aus Politik und Pädagogik laut, man müsse den Vertrieb solcher „Ballerspiele“ wie Counter Strike strenger kontrollieren, wenn nicht sogar ganz verbieten. Im Anschluss wurde diese Diskussion immer dann wieder ausgegraben, wenn es zu einem neuen Vorfall wie jüngst dem in München gekommen war. Klar, ist ja auch eine einfache Erklärung, wenn man weder die Lust hat, noch die Zeit opfern will, sich tatsächlich tiefer mit den Problemen anderer Menschen zu befassen. Tatsächlich aber ist die Diskussion um vermeintlich gewaltverherrlichender Videospiele weitaus älter.

Denn wie hirnrissig diese Theorien sind, zeigt ein schönes Relikt aus dem Jahre 1984. Mit „River Raid“ kam damals ein Spiel auf den Markt, in dem es darum geht, mit einem Flugzeug andere gegnerische Flieger und Schiffe wegzuballern. Dieses Spielprinzip war der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (damals Schriften) so krass, dass sie das Game kurzerhand auf die schwarzer Liste der indizierten Spiele setze.

In der Begründung des Indizierungsbeschlusses der BPjS vom 19. Dezember 1984 hieß es unter anderem: „Jugendliche sollen sich in die Rolle eines kompromisslosen Kämpfers und Vernichters hineindenken […]. Hier findet im Kindesalter eine paramilitärische Ausbildung statt […]. Bei älteren Jugendlichen führt das Bespielen […] zu physischer Verkrampfung, Ärger, Aggressivität, Fahrigkeit im Denken […] und Kopfschmerzen.“

Äh ja… das Spiel ist heutzutage übrigens frei erhältlich und nun ratet mal, welches Siegel auf den Verpackungen prangt.

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Also Leute, noch paar Jahre warten und CS, CoD und Co. dürften bald auch zu den kindgerechten Knuddel-Retro-Ballerspielen zählen.

via FernsehErsatz

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Markus xxx

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