Der Erfolgsproduzent Farhot und sein Alter Ego Fuchy veröffentlichen neuen Clip

22.8.2016
Torge
DMDH, Music

Er hat es geschafft! Einen Tag lang kürten die geschätzten Kollegen von NOISEY Fuchy’s neues Musikvideo zum „besten Musikvideo der Welt“.

Da ein Tag diesem Werk nicht gerecht wird, stellen wir es heute noch einmal vor:

Wer sich in der Aussprache des Namens „Fuchy“ nicht so sicher ist, sollte sich dieses Interview anschauen. Fuchy war vor kurzem im Interview mit Cold97 und postete dazu folgendes:
„ya favorite afghani brotha on the radio! check out the interview i did with some rasta dude lookin like Sway Calloway (MTV)“

Well, watch and learn:

Und jetzt lernt noch mehr über Fuchy, dem animierten, kauzigen Kämpfer aus Kabul: nach einem Bombenanschlag muss Fuchy zurücklassen, was er liebt: sein Zuhause. Bewaffnet mit seiner Superkraft – der Musik – die ihm auch der Schmerz über den Krieg und seine Opfer und Verluste nicht nehmen, geht er gen Westen.

Soweit der erzählerische Rahmen für die Abenteuer Fuchy’s, dessen Figur gerne mal als eine Art orientalische Hip-Hop-Variante von Bart Simpson beschrieben wird. Das ist smart. Wie auch Fuchy’s Erfinder, Erfolgsproduzent Farhot.

Ihm geht es nicht darum, durch die Abenteuer von Fuchy zu predigen oder mit erhobenem Zeigefinger und beschuldigendem Unterton zu belehren. Es geht nicht um Politik. Zumindest nicht um jene Art von Politik, die Flüchtlinge primär als Verhandlungsmasse sieht. Es geht vielmehr um die Zwischentöne in einem von Brüchen durchzogenen Leben. Es geht um die globale Faszination mit der Hip-Hop-Kultur und den Insignien derer, die “es geschafft” haben: das konterkapitialische Rebellentum des Ghetto. Und es geht um die kulturelle Kluft zwischen einer Welt, die in Gewalt und Elend versinkt, und einer bunt blinkenden Konsumgesellschaft, der – hinter einer Kulisse der Verheißung von Wohlstand und Freiheit – primär an Abschottung und der Sicherung der eigenen Privilegien gelegen ist.

fuchy

Hört man der Musik erst einmal gar nicht an, sagen die einen. Das musst du hören, sagen wir!

Musikproduzenten Farhad “Farhot” Samadzada, der heute in Hamburg lebt, hat entscheidend mitgeprägt, wie Hip-Hop-Musik im Jahre 2016 klingt. Die deutsche Rap-Elite wendet sich regelmäßig an ihn, wenn es darum geht, der Musik Tiefe und Soul zu verleihen: Max Herre, Haftbefehl, Samy Deluxe, Chefket, Karate Andi, Xatar.

Aber auch international mischt Farhot erfolgreich mit und arbeitet zusammen mit internationalen Künstlern wie der Soul-Sängerin Nneka aus Nigeria, Selah Sue und der Grime-Königin Ms Dynamite oder den US-Hip-Hop-Stars Talib Kweli und Isaiah Rashad.

Durch Fuchy zeigt und lebt Farhot nun eine weitere Seite seiner Kunst. In den großteils instrumentalen Stücken finden sich Elemente aus Hip-Hop, R&B, “Future Beats”, dem Meta-Trip-Hop der globalen SoundCloud-Blase, und allem, was dazwischen passt.

Von diesem „Dazwischen“ hätten wir gerne mehr, Freund Fuchy!

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Über den Autor

Torge @TorgeSantjer | noisiv.de | Hamburg | #23

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