Terror – Ihr Urteil: Ein Experiment im Ersten (Anzeige)

14.10.2016
Tom
Film und TV, Werbung
Diesen Montag, am 17. Oktober um 20.15, kommt es in der ARD zu einem überaus ungewöhnlichen Experiment, dessen Ausgang unmittelbar von der Entscheidung der Zuschauer abhängt. Der Fernsehfilm >>Terror – Ihr Urteil<< setzt sich mit einer überaus kontrovers anzusehenden Frage auseinander, bei der nicht nur nach geltendem Recht, nein auch dem menschlichen Gewissen nach entschieden werden sollte.

 

Die Verfilmung des von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach verfassten Bühnenstückes >>Terror: Ein Theaterstück und eine Rede<< stellt dabei eine wichtige Kernfrage in den Raum: Wie würden Sie entscheiden? Die Ausgangslage versetzt uns dabei in einen Gerichtsaal vor ein Tribunal von Richtern. Angeklagt ist ein junger Kampfpilot der Bundeswehr, der eigenmächtig ein vollbesetztes Flugzeug mit 164 Insassen zum Absturz brachte, da dieses in Zuge eines terroristischen Aktes in ein mit 70.000 Zuschauern besetztes Fussballstadion zu fliegen drohte.
terror-ihr-urteil-112-_v-standard644_c02add

Die komplette Szenerie des Fernsehfilmes ist dabei als Kammerspiel inszeniert. Man bildet sich also anhand der Aussagen des Richters, der Staatsanwaltschaft sowie der Verteidigung sein Urteil, ohne von der visuellen Darstellung des Unglückes beeinflusst zu werden. Auf die eigene Entscheidungsgewalt wird der Zuschauer dabei sowohl zu Beginn als auch am Ende hingewiesen:

Schauspieler Burkhard Klaussner (er verkörpert den Richter) spricht hier direkt in die Kamera mit dem Publikum und fordert uns zur Partizipation bei der Entscheidungsfindung auf: Verurteilung oder Freispruch? Wir als Zuschauer sind zur multimedialen Abstimmung per Facebook oder Twitter über das Schicksal des Piloten aufgerufen.

ein-gerichtsverfahren-mit-weitreichenden-konsequenzen-ist-lars-koch-ein-held-oder-ein-moerder-100-_v-standard644_9fb43b

Damit endet auch der erste Teil der Geschichte, denn das auf seine Art einzigartige Experiment findet zunächst an bei hart aber fair seine Fortführung, wo Moderator Frank Plasberg mit ausgewählten Gästen über Schuld oder Unschuld des Angeklagten und den Umgang mit der Entscheidung dieser Gewissensfrage diskutieren wird.

Während der Sendung wird dann auch das Resultat der Zuschauerabstimmung präsentiert und besprochen werden, im Zuge dessen findet das Justizdrama seine Fortführung in der Urteilssprechung, in der der Angeklagte anhand der Ergebnisse entweder freigesprochen oder verurteilt wird. Wir als Zuschauer sind also nicht nur dazu aufgerufen, das Ende des Filmes unmittelbar zu beeinflussen; vielmehr steht hier das Schicksal eines Menschen und die moralische Grundlage seines Handelns im Mittelpunkt des Interesses: Darf man 164 Menschen töten, um durch diesen Akt viele Zehntausende zu retten?

florian-david-fitz-terror-100-_v-standard644_33dfef

Eine überaus interessante Thematik, in der uns Das Erste hier hineinführt. Die ganze Szenerie erinnert im Aufbau sehr stark an den Klassiker „Die 12 Geschworenen“, birgt im Gegensatz dazu jedoch schon anhand der Größe des Unglückes wesentlich mehr Diskussionspotenzial in sich. Wir durften den Film bereits in einer Preview begutachten und sind uns sicher, dass Dramen dieser Machart in Zukunft wesentlich häufiger zu sehen sein sollten. Macht euch selber ein Bild von der außergewöhnlichen Situation!

In Kooperation mit der ARD Degeto


Über den Autor

Tom Prokrastineur und Lebemann | besitzt ein Waffeleisen und kann damit umgehen | sieht nicht aus wie Moritz Bleibtreu |duscht bevorzugt nackt | Bei Beschwerden: Er hat mit der Sache nichts zu tun, wird jedoch den Schuldigen persönlich zur Rechenschaft ziehen!

Send this to a friend