Über Poesie, Mode und guten Geschmack: Kunstfilm „Welcome to Farewell“ von Specter Berlin

18.10.2016
Torge
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Ein Auto als Hauptrolle in einem Film kennen wir von Knight Rider, dem Animationsfilm Cars oder Manta Manta. Jetzt aber wollen wir unsere Aufmerksamkeit einer Luxus-Klasse widmen. Denn im Kunstfilm „Welcome to Farewell“ nimmt das S-Klasse Cabriolet von Mercedes-Benz die Hauptrolle ein. Einher mit der Premiere des 7-minütigem Clips, der Poesie, Mode und Sinn für guten Geschmack vereint geht der Launch der neuen Plattform Amuse aus dem Hause der Kollegen von i-D/vice.

Gedreht und produziert wurde der Film von Specter Berlin in unter anderem unserer Hauptstadt sowie in Potsdam. Speziell als Locations diente zum Beispiel das Jahrhunderte alte Schloss Sanssouci. Ein einzigartiger Kunstfilm, fast ausschließlich in schwarz/weiß wiedergegeben und mit treibenden Beats unterlegt, während das Gedicht „Mr Charron is now waiting for you“ von Johannes Finke vorgetragen wird.

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Zum Abschluss noch zwei Fragen an das Produktionsteam:

Wieso hast du den Film in Schwarz-Weiß gedreht und welches waren deine künstlerischen Einflüsse?

Credit: Axel Lent

Credit: Axel Lent

Der Film ist eine schwarz-weiß Studie, ein klassisches Werk. Schwarz/weiss öffnet den Blick für ästhetische Grundsätzlichkeiten, das funktioniert bei der Akt- und Portrait-Photografie von Newton oder in einem Film wie “Hass” von Kassowitz. Bei meinem Film kommt die gewollte Überfrachtung hinzu, die nur funktioniert, wenn Musik, Schrift, Sprache und Bild in Balance bleiben. Das ist auch einer der Gründe, warum ich das Gedicht von Johannes Finke und die Musik von Hell Yes zusammengeführt habe. Überfrachtung bzw. Opulenz bedeutet in dem Fall nichts anderes, als der Versuch, der Schönheit des Realen in all seiner Vielfalt gerecht zu werden. Daher auch die Länge des Films. Tatsächlich verlangt Schönheit nach Qualität, Zeit und Hingabe . Die Farbeklekse zum Schluss symbolisieren das Neue/alte Leben in seiner triebhaften Existenz.

Wohin nimmt der Film den Zuschauer mit?

Es ist ein Appell ans Unterbewusste, das Archaische wehrt sich gegen den modischen Zeitgeist. Bei diesem Film ging es mir darum, diese weitverbreitete Pseudo-Aufgeklärtheit zu dekonstruieren, die in den meisten Zusammenhängen Emotionen nicht mehr möglich, sogar kaputt macht. Ziel war es, ursprüngliche, vielleicht niedere Instinkte und Reaktionen hervorzurufen, den Moment zu suchen, wenn ein Reflex eine moralische Reaktion hervorruft. Der Film setzt da an, wo Facebook zensiert. Es geht um Kunstfreiheit und die Frage, warum Werbung eigentlich keine Kunst sein kann. Nippel Blurren oder nicht , das ist die Frage…

Über den Autor

Torge @TorgeSantjer | noisiv.de | Hamburg | #23

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