Brandenburger Tor leuchtet ab jetzt einfach jeden Abend in allen Farben der Welt

04.4.2017
Markus
Web

Bild: Shahak Shapira 

Spätestens seit dem Terroranschlag von Paris gehört es im Social-Web zum guten Ton, dass man entweder sein Profilbild in den Farben des jeweiligen Landes, in dem ein Anschlag verübt wurde, einfärbt oder wahlweise ein #jesuis oder #prayfor-Meme postet. Tut man dies nicht, muss man sich nicht selten fehlendes Mitgefühl vorwerfen lassen. So ungefähr zeitgleich, als die Leute dann irgendwann gemerkt haben, dass das eigentlich eine ziemlich plumpe Art ist seine Empathie für Mitmenschen auszudrücken, fiel den Regierungen in Paris, Washington und Berlin auf, dass man ja schnieke Wahrzeichen hat, die sich super als solche Beileidsbekundungen eignen würden.

Die Diskussion um das „wann“ und des „ob“ ein Monument wie das Brandenburger Tor in den Nationalfarben eines Landes erleuchten soll, fand seit dem Bombenattentat von St. Petersburg seinen vorläufigen Höhepunkt – und damit natürlich wieder ordentlich Stoff für jene, denen beim Scrollen durch die Facebook-Timeline so langweilig ist, dass sie sich ein bisschen aufregen wollen. Dass es für das Nicht-Erhellen in weiß-blau-rot aber Gründe gibt, wird von den „Ich-lese-nur-die-Überschrift-eines-Artikels“-Usern natürlich konsequent ignoriert.

Damit solche Debatten künftig erst gar nicht aufflammen, hätten wir einen Vorschlag: Ab heute Abend sollen die Wahrzeichen der Welt einfach dauerhaft und präventiv in allen Farben der Welt leuchten. Vielleicht vergisst man dann auch nicht, dass heute Vormittag 58 Zivilisten bei einem Gasangriff im Nordwesten Syriens um Leben gekommen sind. Nur so ’ne Idee.

 

via Shahak Shapira

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Markus xxx

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