Ein kühles Carlsberg, derbe Beats und mein Erfahrungsbericht zum WCD17

08.6.2017
Tyrosize
Music, Nachtleben, Stage, Werbung

Die Waden brennen wie nach einem Marathon, meine Ohren brummen noch immer vom Bass. Vermutlich sehe ich auch drei Jahre älter aus, als vor unserer Reise nach Frankfurt am Main. Aber hey! Wenn wir eine Sache in den letzten Tagen wirklich ausgiebig gemacht haben, dann war es feiern. Und wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne.

Auf über 700 000 Quadratmetern haben sich am vergangenen Wochenende rund 200 DJs aus aller Welt die Klinke in die Hand gedrückt und die Commerzbank-Arena zum Beben gebracht. 15 Bühnen, 1.800.000 Watt und ich mit einem kühlen Carlsberg, mitten in der Menge. Doch bevor ich euch zu sehr mit langweiligen Zahlen nerve, drehen wir die Uhr zurück auf Anfang.

Freitag

Zwar bin ich ein absoluter Verfechter von Dackelgarage und Isomatte, habe aber auch nichts gegen eine bequeme Matratze einzuwenden. Anders als die meisten vergleichbaren Festivals, findet der World Club Dome sehr zentrumsnah in Frankfurt am Main statt. Ideal, wenn man bei Freunden unterkommen kann oder sich ein Zimmer im Hotel / Hostel sucht. Also direkt nach Ankunft aus Leipzig die Klamotten aufs Zimmer geschmissen – kurze Hose, Sneakers und Shirt geschnappt – und ab in die S-Bahn.

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man nach Hause kommt und alles um einen herum fühlt sich einfach irgendwie vertraut an? Dieses Gefühl hatte ich beim WCD 2017 auch. Kaum strömt man mit den Massen durch den Haupteingang, schlendert vorbei an Fressbuden in Richtung Commerzbank-Arena und bekommt im richtigen Augenblick ein kühles Carlsberg in die Hand. Perfekt. Wenn dann noch das Wetter passt und sich die ersten mächtigen Bass-Wellen in deine Richtung schieben, kann eigentlich kaum noch etwas schief gehen.

Da am Freitag ausschließlich die Mainstage im Stadion die feierwütige Meute mit Musik versorgte, stand neben W&W noch Afrojack und Hardwell auf dem Programm. Drei super Acts, die sicherlich auch dank der gigantischen Laser- und Pyroshow völlig überzeugen konnten. Zwar war die Anlage für meinen Geschmack noch ein wenig zu dünn, aber scheppern kann es ja bekanntlich nie genug. Also einfach noch ein kühles Blondes an einem der unzähligen Carlsberg Stände geordert und weiter vor in die Massen getanzt. Chase & Status und deutsche Talenten wie le Shuuk lieferten eine Opening Show der Extraklasse und rundeten den ersten Tag beim WCD17 ab.

Samstag

Während man als feierwütiger Festivalbesucher am Freitag noch mit der Mainstage vorlieb nehmen musste, hatte man am Samstag zahlreiche Anlaufstationen. Auf der Pool Stage bei groovigen Sets von Solomun, Adriatique und H.O.S.H. oder bei Noisecontrolles und Zatox auf der beeindruckenden “Gorilla Stage” von Q-Dance. Es war für jeden elektronischen Musikgeschmack etwas dabei. Und wer es auf einem EDM Festival etwas exotischer mochte, der konnte sich auf der Mainstage bei Deichkind die Beine wund tanzen.

Aber auch parallel zu den unzähligen genialen Acts hatte der WCD einiges zu bieten. So konnte ich am späten Nachmittag den kurzen Schauer in der Carlsberg Care Area überbrücken. Einem extra Bereich, in dem jeder für ein paar Minuten abschalten konnte. Eine ausgiebige Massage gegen die Nackenschmerzen, eine Runde „Beertual Reality“ um die Koordinationsfähigkeit zu fördern oder ein kühles Bierchen für die vertrocknete Kehle. Einfach mal die Akkus aufladen mit anderen Menschen ins Gespräch kommen und die nächsten Acts in der WCD-App zurechtlegen.

Mein Highlight am Samstag:

Steve Aoki. Und auch wenn die Meinungen zum Torten werfenden Amerikaner auseinandergehen – das Set war der Knaller! Kaum betritt dieser Mann die Stage, bebt die ganze Halle. Eine unbeschreibliche Stimmung, welche am Ende mit gänsehautverdächtigen Sprechchören gewürdigt wurde.

Sonntag

Ab einem gewissen Punkt merkt man vermutlich das Alter. Während andere schon gegen elf die ersten Acts auf der Liste habe, chille ich mit ein paar Freunden bei herrlichstem Sonnenschein in der Carlsberg Cares Area. Man muss auch nicht von Act zu Act hetzen, sondern sollte auch einfach mal den Moment genießen. Irgendwie dachten sich das dann auch doch noch tausend andere Festivalteilnehmer und verwandelten die Rasenfläche vor dem Stadion in einen kunterbunten Pool aus Menschen.

Und da wir gerade bei Thema sind, ging es zu späterer Stunde gleich noch in die Pool-Area um Urgestein Sven Väth zu lauschen. Wenig Smoooke, dafür feinste Beats vor einer gigantischen Kulisse. Leider hatte ich meine Badesachen vergessen und vermutlich war das auch ganz gut so. Sollen sich mal die anderen um das Wasser kümmern – ich bleibe dann doch bei Bier :D.

Mein Highlight am Sonntag:

Neben Sven Väth hat mich paradoxerweise ATMOZFEARS völlig aus den Latschen gehauen. Da ich mich nicht als Hardstyle-Fan bezeichnen würde, hat mich dennoch die gigantische Stimmung vor der Q-Dance Bühne einfach umgeschmettert. Ob es am Druck der Anlage oder der elektrisierenden Menge gelegen hat? Vermutlich war es einfach eine Kombination aus beidem. Einfach den Kopf nach hinten reißen, Arme in die Luft und nach dem Drop völlig eskalieren. Wahnsinn. Also mal so richtig ausgepowert und danach gierig ein neues Bierchen bei Carlsberg verhaftet, bevor es zum Abschlusskonzert auf die Mainstage ging.

Und während ich so über meine niedergeschrieben Worte nachdenke, macht sich ein grinsen auf meinem Gesicht breit. Was für geniale Tage mit neuen Freunden, leckerem Bier, feinster elektronischer Musik und jeder Menge gute Laune.

Vielen Dank an Willy und Carlsberg für diesen tollen Trip

Herzlichst

Olli aka Tyrosize

In Kooperation mit Carlsberg

Über den Autor

Tyrosize Kann ein wenig mit ner Kamera umgehen, steht auf scharfes Essen und verfasst den Kram bei Tyrosize. Ab und an greife ich Willy unter die Arme.

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