Best of 2017: Unsere besten Alben des Jahres

03.1.2018
Fraugoldklee
Music

Farewell 2017! Passend zum Ende des Jahres hat es sich die Dr.Lima-Redaktion natürlich nicht nehmen lassen, die besten Alben 2017 zu krönen (– außerdem macht man das so. Haben wir gelesen.). Um den Schwierigkeitsfaktor zu erhöhen, musste sich jeder für eine Platte entscheiden. Also ab dafür – hier sind die auserwählten Favs:

Lil Peep – Come Over When You’re Sober, Pt. 1

Ruben: Ich musste mich einfach für Lil Peep entscheiden. Viel zu früh von uns gegangen, nachdem ich ihn im Sommer noch live sah. Ob er der Kurt Cobain einer jungen Generation im Trap-Rausch ist, weiß ich nicht – aber er sprengt(e) Genre-Grenzen, indem er Emo und Grunge-Elemente in einem modernen Soundgerüst präsentiert. R.I.P. Gus Åhr!

Das wegebnende Album „Culture“ von Migos muss ich hier eigentlich auch noch erwähnt haben, genauso wie das kurze Debüt „17“ von dem vielleicht kontroversesten Rapper in diesem Jahr XXXTENTACION. Der Triolen-Flow aus Atlanta ist 2017 einfach komplett in Charts, Mainstream und Pop angekommen.

Zola Blood – Infinite Games

Laura: Mit diesem Album hat jetzt wahrscheinlich niemand gerechnet und genau deswegen gehört es auf unsere Liste. Klar, SZA, The XX, Kendrick Lamar – allesamt hatten fette Produktionen in diesem Jahr und müssen natürlich erwähnt werden. Dennoch supporte ich heute die Underdogs Zola Blood. Die vier Jungs aus London machen düster-verträumten Indie-Electro und haben für ihr Debütalbum „Infinite Games“ ordentlich in die Synthesizer-Trickkiste gegriffen. Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass die gesamte Platte selbst produziert und per Crowdfunding finanziert wurde. Diese jungen Herren sollte man unbedingt auf dem Schirm haben. Mein absoluter Fav-Track: „Good Love„.

Negroman – Sequel EP

Sascha: Nach seinem letzten Album hat der gute Negroman noch einen drauf gesetzt und eine rundum perfekte EP hingelegt, die rauf und runter laufen kann und für Deutschrap Verhältnisse dermaßen rund ist, dass sie bedenkenlos von vorne bis hinten laufen kann. Hörtipp: „Vibe oder „Werbung“.

The National – Sleep Well Beast

Torge: Wie jedes Jahr fällt es mir nicht leicht, aus all den Veröffentlichungen eine #1 zu krönen. Viel gutes gab es, und auch einiges was trotz hoher Erwartungen nicht so schön geworden ist. An vielen Dingen muss man aber auch einfach wachsen. Auch „Sleep Well Beast“ von The National ist ein Grower, der sich aber weiß recht zügig in die unsere Ohrkanäle einzubrennen.

Ich muss zugeben, im Anschluss an die Veröffentlichung The National auch noch live zu sehen, hat mir den Rest gegeben, weshalb dieses Album auf keinen Fall in meinen TOP 3 des Jahres fehlen durfte.

Alt–J – RELAXER

Tom: Das inzwischen auch schon dritte Album der britischen Combo – und erneut gibt es eigentlich keine bestimmte Zeit, keinen Moment, zu der es perfekt passt. Stattdessen gibt’s wieder eine aus 8 Tracks bestehende, ziemlich solide LP, die man wirklich das ganze Jahr über, bei der Arbeit, im Urlaub, wo auch immer man sich eben rumtreibt hören kann. :-)

Der weltweite Fame hat aber auch seine Auswirkungen: Die Tickets für die Deutschlandkonzerte (schon jetzt im Januar stehen Berlin, Köln, München und Hamburg auf der Touristen) sind mit knappen 50 Tacken ohne Vorverkaufsgebühr schon ein bisschen happig: The National, der Favourite des Kollegen Torge, gab’s im letzten Spätjahr für knappe 35Euro zu sehen.

Bonobo – Migration

Markus: Die Erwartungen an Simon Greens alias Bonobo neueste Platte waren nach 4-jähriger Abstinenz freilich hoch. Und auch wenn sie vielen Kritikern nicht gerecht geworden zu sein scheint, so lieferte der Brite mit „Migration“ für mich dieses Jahr wieder eine herausragende LP, vollgepackt mit dem von mir hoch geschätzten leisen vorangetrieben Ambient-Sound.

 

Kendrick Lamar – Damn.

Ammar: Für mich hat dieses Jahr vor allem das good kid aus der m.A.Ad City Kendrick Lamar mit seinem vierten Studioalbum Damn (punkt) am ordentlichsten abgeliefert. Es ist von all seinen Werken nämlich dasjenige, welches für den Ottonormalzuhörer am leichtesten zu verdauen ist und das ganz, ohne auf die typische gesellschaftskritische Signatur des Kung-Fu Kennys zu verzichten. Harte und eingängige Flows auf Beats, die neben dem ganzen Trap, welchen man 2017 auch hierzulande oft hörte, eine schöne Abwechslung sind. Songs wie HUMBLE. DNA. und LOYALTY. liefen im vergangen Jahr auf vielen Houseparties. Am nächsten Morgen liefen dann LUST. und PRIDE. Ein Album, das man also nicht nur abends, sondern auch morgens genießen kann und vielleicht sogar sollte.

Über den Autor

Fraugoldklee Laura. 94er Baujahr. musikfanatisch. Keyboard Cat. Irgendwie liebt sie DAS. Überzeugte Gin Tonic-Trinkerin. Oder ein Weinchen vielleicht. Findet, dass die Welt aus lauter lustigen Dingen besteht, die betrachtet werden von lauter traurigen Menschen, die damit nichts mehr anzufangen wissen.

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