instagram-Interview: Namika über Katzen, Flirts, den ECHO & die WM

„Lieblingsmensch“ Namika hat wieder nachgelegt: am 02. Juni erscheint ihr zweites Album „Que Walou“. Wir haben uns mit ihr zu unserem allerersten instagram-Interview getroffen, ihr Profil nach spannenden Fotos durchstöbert und so einiges über Katzen, Männer, den Echo und Fußball erfahren.

Traditionelle Einstiegsfrage: Was hast du heute schon gegessen?

Gestern Abend gab es Pizza Funghi. Das Bild passt dazu also sehr gut. Heute habe ich noch nicht viel gegessen, ich kam einfach nicht dazu. Wenn ich unterwegs bin, sind die Essenszeiten leider immer etwas chaotisch. In Frankfurt achte ich aber darauf, dass es Frühstück und Mittag gibt.

Du bist ein Katzenmensch?

Diese Katze habe ich meinem kleinen Bruder zum Geburtstag geschenkt. Sie lebt ja auch bei uns Zuhause in der Wohnung, die ich für meine Mama, meine zwei Brüder und mich gemietet habe. Wir wohnen zwar alle zusammen, aber eigentlich bin ich zu viel unterwegs, um zu sagen, dass ich dort richtig mit ihnen lebe. Aber ja, eigentlich ist sie unser aller Haustier. Hunde mag ich aber auch!

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Deine Familie stammt aus Marokko, wo auch dieses Foto entstanden ist. Gibt es marokkanische Traditionen in deinem Leben?

Ich bin in Frankfurt geboren und aufgewachsen, meine Mutter ist als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Es ist nicht unbedingt eine Tradition, aber ich benutze die Redewendung „Que Walou“ sehr gerne. So heißt ja auch mein neues Album. Es bedeutet so viel wie „für nichts“ oder „wie nichts“. Diese beiden Bedeutungen verbinde ich und ziehe daraus mein eigenes Mantra: selbst wenn ich etwas für nichts gemacht habe, habe ich es gerne getan.

Auf dem Foto ist deine Urgroßmutter zu sehen, deine Mama und deine Tante. Dein Vater hat dich früh verlassen. Beeinflusst dich das in den Beziehungen die du führst?

Mein Opa ist das stärkste männliche Rolemodel das ich hatte. Er war immer da, ist aber auch sehr ruhig. Bei uns in der Familie sind auf jeden Fall die Frauen die stärkeren Persönlichkeiten. Meine Mutter und meine Oma haben mir sehr viel Stärke mit auf den Weg gegeben. Aber ich weiß gar nicht, ob mich das jetzt im Umgang mit anderen Menschen sehr beeinflusst. Ich glaube nicht, dass ich deswegen Frauen mehr vertraue als Männern.

In dem Video erzählst du, wie es zu der Idee von der Single „Je ne parle pas francais“ kam. Habt ihr den besungenen Kaffee wirklich getrunken?

Also im Real-Life haben wir uns wirklich eine halbe Stunde unterhalten und das mit Händen und Füßen. Ich habe nicht viel verstanden, wobei Körpersprache ja natürlich auch etwas vermittelt. Nach dreizig Minuten sind wir wieder getrennte Wege gegangen. Er hat das einfach sehr charmant gemacht und es geschafft mich direkt in ein Gespräch zu verwickeln. Es hat sich total natürlich angefühlt. Wegen der ganzen Digitalisierung und den tausend Möglichkeiten, die jeder hat, werden Frauen heute viel zu selten angesprochen. Männer können sich auf jeden Fall mehr trauen!

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Wie läuft bei dir die Arbeit im Studio ab? 

In der Regel ist es so, dass ich mit den Songs, die ich in Frankfurt geschrieben habe, zu meinen Produzenten, den Beegees, nach Berlin reise. Wir sitzen dann alle gemeinsam im Studio, arbeiten zusammen an den Songs und tauschen uns aus. Es ist ein einziger Schlagabtausch. Die Melodien habe ich eigentlich immer schon im Kopf. Wenn der Text und der Beat fertig sind, stelle ich mich ans Mikro und nehme den Song einmal komplett auf. Danach hören wir ihn uns an, checken die Leads (Hauptstimmen) und fügen die Backings dazu. Wenn wir gut und schnell arbeiten, dauert das 2-3 Stunden.

Du bist mit Hip Hop groß geworden und hast selbst früh angefangen zu rappen. Hast Features mit MoTrip, Cro und Ali As, Curse kommentiert deine Beiträge und mit Sera Finale bist du befreundet. Ist Hip Hop das was über allem steht?

In meiner Anfangsphase als Künstlerin habe ich ein Mixtape aufgenommen, was sehr Battlelastig war. Ich habe das neulich mal wieder mit meinem „Entdecker“ gehört und wir haben uns kaputt gelacht darüber, wie wahnsinnig frech ich war. Absolut feierbar und für den Zeitpunkt damals auch sehr authentisch.

Alles was ich in meiner Musik mache, hat seinen Ursprung im Hip Hop. Auch „Lieblingsmensch“, so absurd das vielleicht für manche klingen mag, weil der Song sehr erfolgreich und mainstreamig war. Klar gibt es unter 10.000 positiven Kommentare auch mal einen der auf „Musikpolizei“ macht. Es ist aber eigentlich nicht zeitgemäß über so etwas diskutieren zu müssen. In den USA läuft das schon lange anders.

Dieses Foto ist 2016 beim ECHO entstanden. Was sagst du dazu, dass der ECHO abgeschafft wurde?

Es wurde einiges in Frage gestellt und Figuren zu Sündenböcken gemacht, nur um zu sagen: wir sind raus. Dabei stecken vermutlich ganz andere Sachen dahinter. Damals fand ich es schön dabei zu sein. 2016 hat Barbara Schöneberger den ECHO moderiert, was sehr unterhaltsam war und nicht so langweilig wie die Jahre davor. Es ist eben ein Preis der Musikindustrie, den du bekommst, wenn du viele Alben verkauft hast. Um musikalische Einschätzung ging es da bisher nicht. Ich finde es gut, dass das jetzt überdacht wird.

In dem Video beschreibst du deine Anfangszeit, wie schön, aber auch wie anstrengend es für dich war. Nach dem tragischen Tod von Avici äußern sich viele Musiker gerade dazu, wie sie sich vor dem „zuviel“ schützen. Wie gehst du das an?

Ich sage „Nein“, wenn es nicht anders geht. Ansonsten bin ich ganz froh, dass ich in Frankfurt wohne. Das ist mein Anker. Wenn ich in Berlin leben würde, wäre ich immer erreichbar, immer auf Abruf und alles wäre viel stressiger. In Momenten wo ich das Gefühl habe kurz durchatmen zu müssen, meditiere ich gerne. Dann setze ich mich einfach im Schneidersitz auf den Boden und zähle zehn Minuten lang meine Atemzüge. Das holt mich runter und ich habe wieder einen freien Kopf.

Reisen sind dafür wahrscheinlich auch sehr wichtig, oder? 

Auf jeden Fall! Ich sage immer, man muss erstmal leben, um ein zweites Album zu machen. Das habe ich mit dem Reisen versucht. Wenn ich nur in meiner Comfortzone geblieben wäre, dann wären die Themen wahrscheinlich auch immer die gleichen. Wenn man raus geht, weitet sich der Blick. Für meine Songwriting-Phase war das wichtig, aber natürlich auch, um mich zu erholen. Das Foto ist auf Ibiza entstanden, wo wir auch an dem Album gearbeitet haben. Wir haben im Pool abgehangen und über die Songs gesprochen. Das war super.

2017 hast du bei einem Bundesliga-Spiel die Nationalhymne gesungen. Bist du Fußball-Fan? Was ist dein Tipp für die WM?

Ich würde mich nicht als großen Fußball-Fan bezeichnen. Aber wenn die WM stattfindet dann fiebere ich auf jeden Fall mit. Marokko ist dieses Mal seit langem wieder dabei, ich drücke dem Team ganz fest die Daumen. Deutschland wird auch wieder ziemlich gut abschneiden. Mein Traumszenario: Deutschland gegen Marokko im Finale.

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Wo läufst du als nächstes hin? Was steht an, worauf du dich ganz besonders freust?

Ich werde mich in den nächsten Tagen mit meinen Mädels treffen. Außerdem treffe ich demnächst eine Freundin, die auch Musik machen will. Sie hat noch keinen Deal, ich unterstütze sie. Wir wollen dann auch für ein paar Tage zum Produzieren und Schreiben ins Ausland.

„Que Walou“ von Namika erscheint am 01. Juni und ist u.a. bei amazon erhältlich.

Über den Autor

Sophie Krause Die 29jährige zugezogene Brandenburgerin mit Kodderschnauze und Speckgürtel-Dialekt, arbeitet nicht nur an der Fertigstellung ihres Romans, sondern schreibt auch mit großem Vergnügen über die Liebe an und in der Hauptstadt. Musik, Fashion, Party`s, Art - you name it.

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