When life gives you lemons: Warum eine rollende Zitrone das Netz begeistert

13.7.2018
Markus
Web

Das Internet hat einen neuen Star. Gut, das Internet hat mittlerweile fast stündlich einen neuen Star. Doch diesmal ist alles ein wenig anders. Mike Sakasegawa, ein Elektroingenieur aus dem kalifornischen San Diego, filmte mit seinem Smartphone eine einen Hügel herunterrollende Zitrone.

Doch nicht Mike gelang dadurch zu Ruhm, sondern vielmehr die kleine gelbe Frucht, mit der Millionen von Zuschauern mitfieberten – bis zu diesem Zeitpunkt 6 Millionen um genau zu sein.

Über 250.000 Likes sammelte der 90-sekündige Clip seit vergangenen Mittwoch und fast 80.000 User fanden das Video der rollenden Zitrone teilenswert.  In der Kommentarspalte unter dem Post wurde derweil eifrig über die Gründe debattiert, warum so viele Menschen Faszination in einer rollenden Zitrone sehen.

Ein User sieht in dem Clip eine Form der Entspannung, eine Art Zen-Wirkung, die den Zuschauer durch seine Schlichtheit fesselt. Wieder ein anderer versucht sich an philosophischen Erklärungen und sieht darin gar nicht weniger als eine Metapher des Lebens. Andere wiederum finden es einfach nur witzig, eine Zitrone über 400 Meter weit einen Hügel herunterrollend zu verfolgen.

Was auch immer die Menschen an dem Video fasziniert, rein objektiv betrachtet folgt es eigentlich einem ziemlich klassischen Aufbau: Es hat eine Einleitung, einen Mittelteil und ein absehbares Ende. Schließlich möchte man, hat man das Video erst einmal gestartet, auch wissen, wie weit es die Zitrone nun letztlich schaffen werde. Sind diese Kriterien erst einmal erfüllt, werden aus Banalitäten Geschichten. Ein ähnliches Phänomen war bereits bei dem kleinen Waschbär zu erkennen, der vor ein paar Wochen ein Hochhaus in Minnesota hinaufkletterte und damit die Herzen von Millionen Menschen weltweit eroberte.

Mike Sakasegawa, der nebenberuflich Photograph ist, erzählte dem Nachrichtensender ABC, dass er niemals mit einer so überwältigen Resonanz auf den Clip gerechnet hätte. „Ich poste viele Videos auf Twitter, doch meistens werden diese nur von ein paar Hundert Menschen angeschaut.“ Dass die Geschichte der kleinen rollenden Zitrone so viele Zuschauer fesselt, vermutet er, läge daran, dass es die Menschen einfach auf beruhigende Weise glücklich macht.

Das Internet liefert den groben Rahmen. Das, was die Menschen darin sehen und hineininterpretieren, lässt es erst zu einer Geschichte werden. Auch wenn es nur eine einen Hügel herunterrollende Zitrone ist.

Über den Autor

Markus xxx

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