Fundstück: Fußballanekdote eines 10-Jährigen Kind aus dem Jahr 1984

04.3.2019
Marcel
Web

 

Ja, das ist einfach Romantik pur. Das Kind hat seine glücklichen Gedanken einfach aufgeschrieben.

Zu meiner größten Freude hatte mein Vater Karten für das DFB Pokalendspiel Bayern München – Borussia Mönchengladbach am 31.5.84 in Frankfurt gekauft. Gut gelaunt und geschmückt mit Bayern-Schal, -trikot, -mütze, -strümpfe, -stirnband und -fahne kamen meine Eltern, mein großer Bruder und ich in Frankfurt an. Das erste was wir im Stadion sahen und hörten waren grölende Gladbachfans, die mich eine kleine, dumme Bayernsau nannten. Wenn ich so etwas zu hause sagen würde, bekämme [sic!] ich direkt eine auf den Mund, und hier wurde ich so angesprochen. Wir sahen ein tolles Fußballspiel, bei dem die glücklicheren Bayern durch Elfmeterschießen gewonnen haben. Aber jetzt ging es erst richtig los. Viele Gladbachfans verließen das Stadion schon vor der Siegerehrung und beschimpften die jubelnden Bayernfans. Papa sagte: „Ärgere dich nicht mein Junge, die Leute sind unsportlich und betrunken, die wollen anderen nur den Spaß am Sport verderben.“ Aber ich war so sauer, daß ich nie mehr ein Fußballspiel ansehen wollte. Im Bus vom Stadion zum Parkplatz war ich trotz des gewonnenen Spiels doch etwas mürrisch. Plötzlich stellten sich fünf Männer, alles Gladbachfans neben mich. Sie sahen mich an, lachten und riefen: „Komm Kleiner, lach doch mal. Ihr habt gewonnen und wir freuen uns mit Dir, denn wir haben ein tolles Spiel gesehen und das ist doch die Hauptsache. Wir alle sind doch Fußballfans.“ Ich war wieder gut gelaunt, denn Papa hatte recht, die meisten Fans sind ruhig und fußballbegeistert. Die wenigen grölenden und freschen [sic!] Fans, die es bei jeder Mannschaft gibt, wollen nur anderen den Spaß verderben. Man sollte solche „Fans“ einfach übersehen.“

Über den Autor

Marcel ⚽????

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