THE EXPLORERS ROAD: Von Hogwarts bis zur schottischen Grenze!

09.4.2019
Tom
Art & Design, Travel Machines, Werbung
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Während sich die halbe Welt mit der politischen Lage Großbritanniens beschäftigt, gehen wir ganz eigene Wege. Wege, die uns einmal quer durchs Land von London bis an die schottische Grenze führen: Wir erkunden THE EXPLORERS ROAD! Diese zieht sich über 500 Kilometer nach Norden, mehr als 60 Zwischenstops – von Übernachtungsmöglichkeiten über Sehenswürdigkeiten bis zu kleinen und großen Attraktionen – liegen entlang der Route oder nicht weit von ihr entfernt.

Welche Strecke wir dabei zurücklegen und was wir auf dem Weg erleben, bleibt allein uns überlassen. Die Website verschafft uns nicht nur einen Überblick und lässt uns alle Freiheiten, unsere Route zu planen, viele Besichtigungs- wie Übernachtungsmöglichkeiten lassen sich zudem praktischerweise gleich buchen. Das dürfte weltweit auf einer so langen Strecke einzigartig sein. Klar, alle Stops hier und heute zu präsentieren wäre ein bisschen zu viel des Guten. Aber unsere kleine Auswahl beweist euch sicher, wie vielfältig so ein Trip sein kann!

Beginnen wir mit einem Ort voller Magie. Einem Ort, den man wohl eher im Mittelalter zu Zeiten Robin Hoods vermuten wurde: dem Treehouse Restaurant am Rande des The Alnwick Garden. Der Name verrät es schon: Das schmucke, sehr rustikale Restaurant befindet sich tatsächlich in einem riesigen, verschachtelten Baumhaus in unmittelbarer Nähe zum Alnwick Castle (über das wir gleich noch sprechen werden).

Was von weitem wie ein Sammelsurium kleiner Hütten aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als kleines, ziemlich außergewöhnliches Schmuckkästchen. Ein Look, der sich im Inneren den Gegebenheiten anpasst: Die Einrichtung des Restaurants ist fast ausschließlich aus Holz, alles wirkt ein wenig, als würde man sich in einem Fantasyfilm befinden. Dafür ist das ziemlich leckere Essen überaus real – wer für einen schmalen Preis leckere, authentische Küche möchte, ist hier genau richtig.

Frisch gestärkt wandeln wir dann durch den wunderschönen Garten bis zum zweitgrößten Adelssitz Englands (wer Großbritanniens Burgen und Schlösser kennt, kann sich vorstellen, von welcher Größe wir hier sprechen): dem bis heute in den Wintermonaten bewohnten Alnwick Castle. Und: Wir wandeln auf den Spuren des bekanntesten Zauberschülers der Welt: Harry Potter!

Kein Witz, denn das Schloss hat als Filmkulisse Karriere gemacht und neben (natürlich mehreren, wir sind schließlich in England) Robin Hood-Verfilmungen wurde für gleich 5(!!!) Harry Potter-Filme hier gedreht. Einige aus unserer Gruppe haben es sich da nicht nehmen lassen und selbst zum Besen gegriffen.

Natürlich nicht zum Saubermachen – das eindrucksvolle Anwesen präsentiert sich blitzeblank. Eher steht eine Partie Quiddich auf dem Programm. Hier entstanden nämlich viele Flugszenen mit Harry, seinem Team und dem anderen rothaarigen Typen (*Hoffentlich merkt keiner, dass ich von Potter keine Ahnung habe!).

Und so ist es nur logisch, dass diese Tradition fortgeführt wird. Womit wir zu einer der ungewöhnlichsten Freizeiterfahrungen kommen dürften: Es ist tatsächlich fast jeden Tag möglich, Flugstunden für Zauberer zu absolvieren. Somit klärt sich auch die Frage, ob wir tatsächlich eigene Verkleidungen mitgebracht haben. Nö, die kann man natürlich ausleihen – der Style soll schließlich stimmen, oder?

Dass wir dann bei der Abreise beinahe einen im See schlafenden Riesen wecken, passt zum mystischen Image des Ortes. Potter-Fans dürften hier auf ihre Kosten kommen. Ach so:  Die Kleinstadt Alnwick liegt übrigens äußerst verkehrsgünstig zwischen Newcastle und Edinburgh, zur Nordseeküste sind es von hier keine 1o Kilometer.

Kann man mal machen – genauso wie einen Besuch auf Bamburgh Castle! Eine knappe Autostunde nördlich liegt diese enorm riesige Burg direkt an der Nordsee – und der Ort ist nicht zufällig gewählt: Nur ein paar Kilometer entfernt befindet sich tatsächlich der Ort, an dem raubschätzende Wikinger zum allerersten Mal britischen Boden betreten haben.

Dementsprechend schwer befestigt war die Anlage seinerzeit – und dieses Feeling lässt sich sehr schön nachvollziehen. Die Burg ist schon Äußerlich in einem guten Zustand, das Innere des bis heute (teilweise) bewohnten Anwesens ist mit einem Museum vergleichbar.

Das Highlight ist dabei natürlich die Great Hall, in der früher die Herrschaftsfamilie gespeist hat. An die 20 Meter mag die Halle hoch sein, wie das Foto mit den Kollegen beweist, die sich wirklich auf jedes einzelne meiner Fotos geschmuggelt haben (Ihr Schweine!). Der von mir in Betracht gezogene Einsatz der Rüstung war leider nicht möglich. Schade!

Während der (nur gespielte) Frust langsam verraucht, erreichen wir das eine knappe Stunde entfernte Newcastle und kehren im Blackfriars Restaurant ein. Das im 13. Jahrhundert von Mönchen errichtete und bewohnte Kloster hat mit einer Eigenheit aufzuwarten, die wohl ihresgleichen suchen dürfte.

Nein, das Essen ist megalecker, aber an dieser Stelle nicht gemeint. Es geht um die Banquet Hall mit seinen riesigen Eichentischen, die man für Hochzeiten und andere Festivitäten mieten kann. Ihr seht sie auf dem linken Bild. Nun aber zur Besonderheit: In diesen 4 Wänden hat nachweislich schon König Edward III gespeist. Immer noch nicht beeindruckt? Dann hilft euch vielleicht das Jahr weiter, in dem der „liebe“ Eduard hier zu besuch war – es war das Jahr 1334! Wahnsinn!

Und der Wahnsinn hat System, wie unser Besuch in der Open Air-Museumsstadt Beamish beweist! Hier wurden ganze Straßenzüge der (jüngeren) englischen Geschichte originalgetreu wiederauf- bzw. nachgebaut. Das Highlight ist dabei sicherlich die Kleinstadt im 1900er Jahre Flair!

Hier finden sich unter anderem traditionelle Stores und Shops wie eine Bakery, ein Lebensmittel, sprich Groceries Store, ein Pferdefuhrwerkunternehmen, eben all jene Orte, die damals die Ortsbilder prägten. Und: Fast jeder der Läden ist begehbar und liebevoll im Zeitgeist eingerichtet – größtenteils sogar mit originaler Ladeneinrichtung.


Oder man entdeckt selbstständig – wie das rechte Bild beweist – die Wohnhäuser der Umgebung. Hier kann man nicht nur den damaligen Lebensstandard nachvollziehen, sondern trifft auch die ein oder andere skurrile Persönlichkeit, wie einen Zahnarzt mit komplettem Interieur. Wer den Behandlungsstuhl und die Instrumente beachtet dürfte sich freuen, dass der technische Fortschritt vor dem Berufsbild nicht halt gemacht hat. Aua!

Um sich zwischen den einzelnen Arealen fortzubewegen, benutzt man übrigens ein echtes Cable Car! Diese bringen einen vom Eingang in einem Rundkurs zu so ziemlich jeder Station, neben der Kleinstadt im 1940er Look gehören zum Beispiel auch eine authentische Kohlenmine oder eine Farm im Stil des frühen 20. Jahrhunderts zu den Sehenswürdigkeiten. Ein ziemlich geiler Programmpunkt.

Apropos Programm: Dieses führt uns nun nach Richmond in Yorkshire. DEM Richmond, wie die Einwohner betonen. Solltet ihr also nur die gleichnamige Stadt in den USA kennen: Dieses Richmond ist älter, wesentlich älter! Neben der ehemaligen Festung des Ortes ist dabei ein Ort besonders interessant: das Georgian Theatre Royal.

Dieses unter der Schirmherrschaft von Dame Judy Dench stehende Haus gilt als eines der ältesten Theater des Landes – seit 1788 wird hier (mit Unterbrechungen) dem Bühnenspiel gefrönt. Das zwischendurch als Lager(!!!) genutzte Gebäude wurde Mitte des 20. Jahrhunderts wieder in den Originalzustand versetzt. Hier hat sich schon die Creme de la Creme der Kultur- und Kunstszene die Klinke in die Hand gegeben. Mega!

Mit ein wenig Kunst beschließen wir auch diesen Bericht. Und mit einer Beichte: Ich habe tatsächlich keine (nicht die leiseste!) Ahnung, wo das Kunstwerk auf den unteren Bildern steht. Was ich weiß: Entlang der THE EXPLORERS ROAD findet man immer wieder an (teilweise sehr abgelegenen) Orten Kunstwerke. Oftmals verbunden mit einem weiten Blick durch die hügelige Landschaft.

Wer sie aufgestellt hat? Wie gesagt: Keine Ahnung! Könnt ihr ja selber rausfinden, ihr faulen Säcke! Denn das ist der springende Punkt: Schnappt euch einen Mietwagen und erkundet THE EXPLORERS ROAD auf eigene Faust! Auf der Website findet ihr viele Orte wie die oben genannten, die einen Besuch auf jeden Fall wert sind – das historische Freilichtmuseum Beamish zum Beispiel. Go for it!

Über den Autor

Tom Prokrastineur und Lebemann | besitzt ein Waffeleisen und kann damit umgehen | sieht nicht aus wie Moritz Bleibtreu |duscht bevorzugt nackt | Bei Beschwerden: Er hat mit der Sache nichts zu tun, wird jedoch den Schuldigen persönlich zur Rechenschaft ziehen!

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