Timetravelling: Fashion & Styles der letzten 100 Jahre

24.8.2019
Willy
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Modetrends kommen und gehen und bleiben letztendlich doch gleich: Die Trends der Saison sind raus, und wir werden das Gefühl nicht los, dass es das schon einmal gab? Im Laufe der Zeit kehren bestimmte Looks immer wieder zurück. Wir haben festgestellt: Retro geht immer! Besonders Vintagemode ist vor allem bei jungen Frauen auch heute noch angesagt. Doch aus welchem Jahrzehnt stammt das angesagte Retro-Piece eigentlich? Bis zu den 90er wurde ein Jahrzehnt von jeweils einem charakteristischen Look dominiert, wie diese Timeline zur Mode des 20. Jahrhunderts zeigt. 

Die goldenen 1920er: 

Korsetts und Pumphosen sind Geschichte. Sie weichen pastelliger Unterwäsche, die mehr Bewegungsfreiheit verspricht, luftig war und nicht zu viel bedeckt: Die Geburtsstunde der Lingerie.  Beliebt sind Zweiteiler aus Seide oder feiner Baumwolle mit Spitze. Der Rocksaum wird zunehmend kürzer und reicht Mitte der Zwanziger nicht einmal mehr bis zum Knie. Hängerchen sowie Charleston Kleider mit Fransen, Perlen und Federn am Kleidersaum, auch Flapper Dresses genannt, sind angesagt und lassen weibliche Konturen verschwinden. Auf dem Kopf hält die Bubikopf-Frisur als Zeichen der aufkommenden Emanzipation Einzug. 

Die experimentellen 1930er: 

Die Mode bekommt einen praktischen Touch. Der Trend geht zum Kostüm und weit geschnittenen Hosen über, der sogenannten Marlenehose. Ihren Namen verdankt die Hose ihrer Trägerin, der Schauspielerin Marlene Dietrich. Gern werden weite Hosen und Röcke mit kurzen Boleros kombiniert. Der Kleidersaum wird wieder länger und endet auf Höhe der Wadenmitte. Für das Haar gelten Nackenrolle und Wellen als chic. 

Die pragmatischen 1940er: 

In Kriegszeiten herrscht ein Mangel an Allem, auch an Stoff. Deswegen werden die Schnitte wieder knapper und enganliegender: Bleistiftrock und Blazer werden als weibliches Gegenstück zu den Uniformen der Soldaten getragen. High Waist prägt die Mode und sorgt für Sanduhr-Silhouetten. Haare werden hochgesteckt, um nicht bei der Arbeit an Maschinen zu stören. Variantenreich gibt es die Hochsteckfrisur als Chignon oder Victory Roll. Wer auf langes Haar verzichten möchte, für den liegt der Pagenkopf im Trend. 

Die beschwingten 1950er Jahre:  

Nach den kargen Zeiten des Krieges bringen die 50er Jahre neue Lebenslust in die Styles der Mode: Weiblichkeit wird in gegensätzlichen Ausführungen zur Schau getragen: Enge Bleistiftröcke werden von weiten, knielangen Röcken mit Petticoats kontrastiert. Die Modeikone Christian Dior kreiert Schößchen und Revers. Im Trend liegt nun eine extrem figurbetonte Taille, die berühmte Wespentaille. Um diese stärker zu betonen, trägt man auf dem Kopf voluminös toupierte Frisuren, wie z.B. den Beehive. 

Die freien 1960er:

Das Jahrzehnt der Revolution. Auch modisch wird mit Minirock und tiefen Ausschnitten rebelliert. Kleider sowie Röcke in Trapez-Form, die sogenannte A-Linie nach Christian Dior, und knallbunte grafische Muster sind nun der Renner. Typische Hairstyles sind Pixies, Ponys, antoupiert oder lockig mit Seidentuch im Haar. Um den Look abzurunden, darf auf dem Kopf oft das runde Pillbox-Hütchen nicht fehlen.

Die blumigen 1970er Jahre: 

Die Hippiezeit stellt mit der berühmten Flower-Power-Bewegung alles bisher Dagewesene in den Schatten.  Modisch erkennbar ist dieses Jahrzehnt anhand weiter Schlaghosen, selbst gehäkelten Tops und bunten Blumenmustern auf langen Tuniken und weiten Kleidern. Ketten und Stirnbänder dürfen bei diesen Looks nicht fehlen! Auch Punk- und Cowboystyles haben ihren Ursprung in den 70ern. 

Die opulenten 1980er Jahre: 

Breite Schultern dank auftragender Schulterpolster in Jacken, Blazern und Blusen, dazu Gürtel, Leggins und bunte Sneakers – aus heutiger Sicht eine gewöhnungsbedürftige Mischung, aber damals der letzte Schrei. Passend dazu gibt es dichte Dauerwellen und kräftige Colorationen. Natürlichkeit ist in diesem Jahrzehnt eher nicht gefragt. 

Die schrillen 1990er:

Zusammen mit der Entstehung der Techno-Musik halten schrill leuchtende Farben, bauchfreie Oberteile und Plateauschuhe Einzug in die Kleiderschränke. Abgewetzte Kleidung und zerrissene Jeans prägen den Grunge-Look. Auf dem Kopf: Gekrepptes Haar oder ausgefranste Ponys. Seitdem gibt es auch praktisch kaum modische Neuerungen und die Trends beginnen sich zu wiederholen. 

Ab 2000: Mix and Match

Wer kann sich an die Mode und Trends der letzten zwei Jahrzehnte noch erinnern? Von Bootcut Jeans, über Röhre, bis Jeggings oder Marlenehosen ist alles dabei. Retro kommt nie aus der Mode! Digitalisierung und Globalisierung führen zu einem uniformen Erscheinungsbild: Die Jeans geht immer. Emanzipation im Berufsleben schafft den stilvollen Business-Look. Ab jetzt werden die Styles der vergangenen Jahrzehnte neu interpretiert und geremixed. 

Über den Autor

Willy Dr. Lima

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