Recycling-Trend in der Mode – kann man damit wirklich etwas retten?

06.3.2020
Sahjah
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Ja, auch mit Mode kann man Gutes tun und viele Fashion-Labels und Textilhersteller folgen jetzt einem umweltfreundlichen Trend. Sie bieten uns Produkte aus recyceltem Plastik an. Die herkömmliche Textilindustrie ist ja eher jenseits von Gut und Böse angesiedelt, da tut es gut endlich vermehrt gegenläufige Trends wahrzunehmen. CO2 Ausstöße zu vermindern ist ungemein wichtig, aber was bringen gehypte Kleidungsstücke aus Meeres-Plastik wirklich?

Sauberes Image

In Asien, etwa in Bangladesch und China, nimmt so manches hier getragenes Kleidungsstück seinen Anfang. Auch wenn wir im Alltag gerne ausblenden, was das im Einzelnen bedeutet, drängen sich doch den meisten von uns bei dem Gedanken unangenehme Bilder auf. Da ist es eine Erleichterung, dass in der Fashion-Industrie auch endlich bekannte Marken für mehr Verantwortung bei der Herstellung eintreten und besonders umweltfreundliche Produkte anbieten.

Man kann kritisch sein und fragen: Lohnt sich das denn wirklich für die Umwelt oder will man wieder einmal nur unsere Kauflust ankurbeln? Wir kennen das Problem aus vielen Branchen: Liegt etwas voll im Trend, tauchen ständig neue Anbieter im Netz auf und man stellt sich die Frage, wie vertrauenswürdig das Ganze ist. Denn nicht immer gleich rücken die Produkte und Dienstleistungen in den Fokus von Testseiten und Verbraucherschutz.

Über Produkte und Dienstleister erst einmal zu recherchieren ist im Zweifel immer geraten. Die besten Streaming-Dienste 2020 zu vergleichen, kann uns davor schützen, durch kostenlose Streams auf unseriöse Seiten mit sicherheitskritischer Software zu kommen. Beim Shopping im Internet helfen uns Unternehmen wie “Trusted Shops” die Fake-Shops und schwarzen Schafe zu vermeiden: durch die Vergabe von Gütesiegeln an Online-Shops, die strenge Qualitätskriterien erfüllen, kennzeichnen sie vertrauenswürdige Anbieter. Auch Top seriöse Online Casinos 2020 bekommt man zum Glück auf vertrauenswürdigen Seiten zuverlässig gelistet.

Wer garantiert in der Modewelt, dass tatsächlich umweltfreundliche Verfahren bei der Herstellung eingesetzt wurden? Und dann müssen wir auch unterscheiden zwischen umweltfreundlichen und sozial fairen Produktionsbedingungen: Das Wohlergehen der Arbeiter und die Nachhaltigkeit sind unterschiedliche Kriterien und beide wichtig.

Fair-Fashion-Labels und Gütesiegel sind ein guter Anhaltspunkt, doch vereinen nur wenige die zuvor genannten Aspekte in ausreichendem Maßstab. Der “grüne Knopf” beispielsweise berücksichtigt als staatliches Textilsiegel ökologische und soziale Faktoren.

Ein Ozean voll Müll

Kleidung aus Plastikmüll an sich kann nicht für saubere Meere sorgen. Doch ist es durchaus eine feine Sache, dass große Brands, wie Adidas und Nike und auch all die kleineren Labels, den recycelten Müll als Rohstoff für ihre Kollektionen nutzen. Diese Initiativen sind für eine flächendeckende Bewusstseinsbildung unentbehrlich.

Allerdings müssen wir uns klarmachen, dass wenn aus Pet-Flaschen Kleidung gemacht wird, die anschließend wieder zu Müll wird, ist das Abfallproblem damit nicht gelöst.

Kritische Faktoren beim Recycling-Ansatz in der Fashion-Industrie sind unter anderem folgende:

• Das PET ist ein zwar fester Verpackungsstoff, doch können sich je nach Weiterverarbeitung,
 zu beispielsweise zu Fleece, im Anschluss Mikrofasern ablösen. Das ungebundene Material
 schädigt dann weiter unsere Umwelt.

• Je nach Herstellungsverfahren ist die Verarbeitung energieaufwändig. Ähnlich wie bei der
 Produktion von manchen kompostierbaren Plastik-Ersatzprodukten müssen hierbei
 verhältnismäßig hohe CO2-Ausstöße bedacht werden.

• Die ungeheure Masse an etwa 300 Millionen Tonnen Kunststoff, die pro Jahr von der Industrie hergestellt werden, endet mit einem geschätzten Anteil von bis zu 13 Millionen Tonnen als Plastikabfall im Meer. Wenn wir uns ein paar recycelte Turnschuhe kaufen, dann ist das nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein.

Es gibt aber durchaus sinnvolle und zukunftsträchtige Ansätze, die unsere Beachtung verdienen. Einer der Trends geht zum Beispiel dahin, Fischernetze zu Bademode oder Strümpfen zu verarbeiten. Abgesehen von der ebenfalls wirksamen Symbolik, gibt es hierbei neue nachhaltige Verfahrensweisen: Die Netze werden etwa zunächst zu Garn und dann weiter zu Stoffen verarbeitet. Dieses spezielle, aus den Abfällen entstehende Nylongarn soll unbegrenzt recycelt werden können.

Und so müssen wir uns die nutzbaren Materialien der Zukunft vorstellen: Unbegrenzt wiederverwertbar. Am nützlichsten ist wohl allerdings die Ambition kompostierbare Materialien zu erschaffen und zu verwenden.

Wiederverwertbar

Plastik war zu Beginn für den Einweg-Gebrauch gedacht. Seine Wiederverwendung ist komplizierter als die von Metall oder Glas. Produkte und Kleidungsstücke, die nachdem wir sie für unsere Zwecke genutzt haben zu wertvollem Kompost werden, sind nachhaltig. Auch die Zersetzung in wiederverwendbare Bestandteile ist vielversprechend. Bei der Depolymerisierung werden erneut Rohstoffe für weitere Textilien gewonnen. Dieses Konzept ist nicht neu, es ist nur noch nicht genügend in Mode gekommen.

Circa 47 Millionen Tonnen des jährlich weltweit produzierten Plastiks gehen auf das Konto der Bekleidungsindustrie. Auch der neue Trend hat nicht nur klimafreundliche Folgen. In kostengünstigen Produktionsländern fehlt es oft an der nötigen Infrastruktur, um Müll zu sammeln und zu sortieren. Wenn Hersteller nun recyceltes Plastik aus Europa nach Asien einfliegen, dort verarbeiten und dann wieder nach Europa zurückholen, ist das nicht klimafreundlich. Da dürfen wir uns nichts vormachen.

Bei intelligent erzeugten Textilprodukten wird das C2C-Prinzip umgesetzt. Das Cradle-to-Cradle-Prinzip sieht vor, dass alle Inhaltsstoffe gesundheitlich unbedenklich sind und wieder in einen Kreislauf zurückgeführt werden können.

Fazit

Schadstofffreie, trennbare und nachhaltige Produkte herzustellen, verhindert die Entstehung von Müll. Wir sollten darauf achten, welche Inhaltsstoffe die Kleidungsstücke enthalten: für unser eigenes Wohl, das der Arbeitnehmer in der Textilbranche und der Umwelt.

Wer Kleidung will, die keinen Abfall hinterlässt und so die Umwelt schont, hat heutzutage viele Möglichkeiten. Aber auch ein Zeichen zu setzen und recyceltes Plastik am Körper zu tragen kann eine bedeutsame Geste sein.

https://pixabay.com/de/vectors/papierkorb-kunststoffe-kontamination-4209981/


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Über den Autor

Sahjah Street Art * Lifestyle * Pizza **Kiel**

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