Spätestens seit diesen Innovationen ist der 3D Drucker kein Spielzeug mehr

15.6.2020
Sahjah
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Pixabay / ZMorph Multitool 3D Printer / https://unsplash.com/photos/FB1vd3XT_zQ

Ein neuartiges Gerät, welches schon seit einigen Jahren immer wieder begeistert und Wunschträume erfüllt, ist der 3D-Drucker. Nach wie vor sehen viele Menschen dieses Produkt jedoch nicht als massentauglich an. Eher eine unnötige Luxusanschaffung stelle diese Errungenschaft dar. Doch ebenso wie beim Konzept “Virtual Reality” sind auch hier Fortschritte zu erkennen, die weit über die Bedürfnisse gelangweilter Neureicher hinausreichen.

Mobilität nimmt neue Formen an

Die Zukunft des Transportwesens wird durch innovative Ansätze des 3D-Druckers maßgeblich geprägt sein. Mitverantwortlich dafür ist “Local Motors”, welches bereits im Jahr 2016 einen selbst fahrbaren Kleinbus mit dieser Technologie erzeugte. Dabei kamen ausschließlich Materialien zum Einsatz, welche aus Recycling-Prozessen gewonnen wurden. “Local Motors” deutete bereits an, dass Aviation in Zukunft den Fokus des Unternehmens darstellen werde. Wachsende Interessensfelder wie Flugtaxis könnten dadurch möglicherweise bald Realität werden.

Allerdings wird auch die Privatperson in Zukunft von der Flexibilität des 3D-Druckers profitieren. Obwohl es sich zwar nach wie vor um Nischenprodukte handelt, sind gedruckte PKWs bereits Realität. Der Hersteller “XEV & Polymaker” brachte im Jahr 2019 ein Model auf den Markt, das bereits für 7.500 € den Besitzer wechseln kann. Das einem “Smart” ähnlichen Fahrzeug schafft zwar nur 70 Kilometer pro Stunde, ist allerdings in allen Belangen funktionsfähig. Aber auch größere Player der Autoindustrie nehmen sich den Vorteilen des 3D-Druckers an. So erweckte beispielsweise “BMW” das “507”-Modell von Elvis Presley wieder zum Leben und Bentley begeisterte mit dem “Speed 6” Modell schon 2015 die Genfer Autoshow.

Wohnen leicht gemacht

Auch private Unterkünfte werden dank der Technologie von 3D-Druckern schon bald den Schritt in die Massentauglichkeit wagen. Gedankt werden kann auch hier speziellen Unternehmen, die diesbezüglich neue Maßstäbe setzen. Dazu gehört das australische Biotechnologieunternehmen “Mirecco”. Die Hanfpflanze, welche üblicherweise als Basis für CBD-Öle, Kapseln und ähnliche Produkte dient, stellt das Fundament jener bewohnbaren Häuser dar. Fußböden, Wände, Dächer – all jene Bestandteile werden mit diesem Basisstoff in den genutzten 3D-Druckern erzeugt.

Zu erwähnen ist hier ebenfalls das New Yorker Unternehmen “SQ4D”. Das zu Anfang des Jahres 2020 “größte zugelassene 3D-Haus der Welt” umfasst insgesamt 175 Quadratmeter Wohnfläche. Die eingesetzte Technologie ermöglichte es, das Gebäude innerhalb von nur 8 Tagen bzw. einer Gesamtdauer von 48 Stunden zu errichten. Die Herstellungskosten beliefen sich laut Angaben des Unternehmens auf lediglich 6.000 Dollar. Niedrigere Kosten und bauliche Flexibilität könnten dank des 3D-Druckers somit auch bald den Immobilienmarkt prägen.

Das Gesundheitswesen wird sich verändern

Dank einer amerikanischen Universität in Minnesota werden mit dem 3D-Drucker auch auf gesundheitlicher Ebene neue Ansätze geboten. Obwohl es sich hier um eine große Herausforderung handelte, gelang dem Forscherteam der Druck eines bionischen Auges. Diese aus Halbkugelglas gewonne Errungenschaft kann nicht nur sehgeschwächten sondern auch gänzlich erblindeten Personen neue Hoffnung bieten.

Auch in der Zahnhygiene sind aufgrund “Voodoo Manufacturing” aus den USA Fortschritte in puncto Mundgesundheit möglich. Die Produktion individualisierter Zahnschienen beläuft sich gegenwärtig auf etwa 20.000 Stück pro Monat. Um weiteren Menschen mit schwachen Zähnen oder Fehlstellungen zu helfen, möchte das Unternehmen den Output vervierfachen. Für den Druck werden unter anderem Rohstoffe wie Polyethylen eingesetzt.


Über den Autor

Sahjah Street Art * Lifestyle * Pizza **Kiel**

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