Der 3D-Drucker dient nun auch der Pharmaindustrie

21.9.2020
Sahjah
Stuff
Pixabay / qimono / https://pixabay.com/de/illustrations/pillen-medizin-medizinische-3673645/

In den vergangen Jahren hat sich die Bedeutung des 3D-Druckers massiv gesteigert. Abgesehen von Technik und Design wird diese Neuerung ebenfalls in anderen Bereichen eine tragende Rolle spielen. Aufgrund der Gegebenheiten kann beispielswiese nun auch die Pharma- und Gesundheitsindustrie davon profitieren.

Der Download der eigenen Medizin

Bereits im Jahr 2012 arbeitete Professor Lee Cronin in Glasgow an Umsetzungsmöglichkeiten, die einen Einsatz von 3D-Druckern im Pharmabereich massentauglich werden lassen. Die Funktionsweise schilderte er anhand eines Beispiels: “Im Internet wird zunächst eine Online-Apotheke aufgesucht und das passende Rezept ausgestellt. Anschließend fehle nur noch der Bauplan, welcher im Internet gedownloadet wird, sowie die “Tinte”. Diese wird separat in einer versiegelten Sicherheitsbox geliefert”.

Die Umsetzungsmöglichkeiten sollen dabei nicht auf ausgewählte Produkte eingeschränkt sein. Tabletten gegen chronische Schmerzen, Depressionen werden ebenso umsetzbar sein, wie einfache Hausmittel gegen Erkältungen. Auch Freunde der Cannabispflanze können aufatmen. Jene Person, die sich CBD bevorzugt als Creme auftragen oder Kapseln bzw. Tabletten schlucken, werden in Kombination mit dem 3D-Drucker in Zukunft zumindest in letzteren Fällen profitieren.

Der Markt für 3D-gedruckte Medikamente wird weiter wachsen

Das bisher eher nischenartige Interesse an dieser Einsatzmöglichkeit wird in Zukunft wohl noch weiter wachsen. Durch jene Prognosen kann abgeleitet werden, dass Patienten ihre Medikamente nun deutlich schneller bekommen und sich auch eine individuelle Zusammenstellung wesentlich unkomplizierter darstellt. 

Vor knapp drei Jahren wurde der Markt für das Jahr 2020 als sehr lukrativ eingestuft. Experten gingen dabei von einem weltweiten Gesamtwert von knapp 280 Millionen Dollar aus. Die Prognose bis zum Jahr 2030 bestätigt die Annahme, dass 3D-Druck und Medikamente in Zukunft enger verschmolzen sind. Zu diesem Zeitpunkt wird der Markt voraussichtlich einen Wert von über einer halben Milliarde Dollar besitzen.


Die Gründe für dieses Wachstum sind in mehreren Bereichen angesiedelt. Der Begriff “Personalisierte Medizin” nimmt immer mehr Bedeutung an. Patienten möchten weniger auf Massenware angewiesen sein und suchen nach individuellen Angeboten. Da auf jenen Gebieten in den letzten Jahren eine starke Bewegung der Forschung und Entwicklung stattgefunden hat, nimmt der 3D-Drucker in der Pharma- und Gesundheitsindustrie ebenfalls einen höheren Stellenwert ein. Des Weiteren erhoffen sich Mediziner auch damit, das stetig wachsende Auftreten von Essstörungen in den Griff zu bekommen.

Die ermöglichten Vorteile können auch Gefahren mit sich bringen

Die Einführung des 3D-Druckers in die Welt der Medizin wird somit als Gewinn eingestuft. Jedoch entstehen damit möglicherweise auch Risiken, die sich negativ auswirken können – wie für die Herstellung von illegalen Substanzen. “LSD gehört zu den stärksten Halluzinogenen der Welt und wirkt sehr stark auf das Nervensystem aus. Zur Herstellung werden lediglich Mutterkörner benötigt, die in der freien Natur sehr einfach erhältlich sind”, wird Apotheker Alexander Schwab von “Arzneimittelfakten” zitiert. Anhand dieses Beispiels ist zu erkennen, das chemisches Grundwissen in Zukunft keine Barriere mehr für den Drogenmissbrauch sein muss. Ähnlich verhält sich es sich mit anderen Substanzen wie MDMA.

Mike Power, Autor des Buches “Drugs 2.0”, stellt jedoch in Aussicht, dass forschungswillige Chemiker legale Substanzen mit zufriedenstellenden Effekten herstellen, die den Einsatz solcher Drogen überflüssig machen soll. Gefahr kann jedoch auch grundsätzlich im Eigenbedarf bestehen. Werden Pläne für Medikamente nicht von offizieller Seite gedownloadet, kann eine falsche Etikettierung vorhanden sein, die schwere gesundheitliche Schäden versucht. Damit die Kombination 3D-Drucker und Medikamente noch besser funktioniert, werden deshalb wohl noch zusätzliche Standards implementiert werden müssen.


Über den Autor

Sahjah Street Art * Lifestyle * Pizza **Kiel**

Send this to a friend