Wandern vom Wohnzimmer aus – Moderne Technologie macht es möglich

21.9.2020
Sahjah
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Das Jahr 2020 brachte im bisherigen Verlauf so seine Tücken mit sich. Lange war es aufgrund von Ausgangssperren nicht möglich, sonst als normal eingestufte Dinge zu tun – dazu gehörte auch das Erforschen und Bewandern der Natur. Obwohl mittlerweile Lockerungen vorhanden sind, haben sich doch einige Menschen an den längeren Aufenthalt zuhause gewöhnt. Eine interessante Entwicklung zwei amerikanischer Schüler sorgt nun dafür, dass auch jene Personen zumindest virtuell spannende Abenteuer im Freien erleben können.

Virtual Reality und Wandern gehen Hand in Hand

Der Yosemite Nationalpark gehört zu den größten und wichtigsten Naturschauspielen seiner Art. Laut Daten des Berg- und Wandermagazin “OUTDOORMEISTER” beläuft sich die Fläche auf über 3.000 Quadratkilometer, in der auf einer Straßengesamtlänge von über 300 Kilometern beispielsweise der größte Granit-Monolith der Erde zu bestaunen ist. Um diesen und auch andere, großflächige Naturparks dieser Welt erkunden zu können, ist jedoch in Zukunft nicht mehr unbedingt körperliche Fitness erforderlich. Die amerikanischen Schüler Garrison Waugh und Zakary haben es nämlich geschafft, Virtual-Reality und Wandertouren zu kombinieren. Auch wenn diese Entwicklung primär auf gehbehinderte Menschen ausgerichtet war, können sich auch andere Personengruppen ein besonderes Erlebnis sichern.

“Der Hauptteil des Prozesses wurde für diverse Experimente genutztf”, schildert Waugh den bisherigen Arbeitsprozess. Die Inspiration für beide Schüler ereignete sich auf ähnliche Weise, jedoch auf anderen Teilen der Welt. Als Waugh den Kuliouou-Weg in Hawaii marschierte und dabei eine 360°-Grad-Aussicht erhielt, wurde ihm klar “dass viele Menschen diesen atemberaubenden Teil der Welt wohl nie erblicken werden. Das hat für mich den Funken ausgelöst”. Miracle hingegen war im Yellowstone-Park unterwegs als er eine ähnlich Eingebung erhielt. “Als mir klar wurde, dass viele Leute nie sehen können was ich hier sehe, wusste ich, dass wir etwas tun müssen.”

Ein einfaches Prinzip für sonst anstrengende Wege

Um in den Genuss der wundersamen Naturlandschaften zu kommen, sind Endverbraucher nicht auf eine komplizierte Funktionsweise angewiesen. Das Technologiewunder von Miracle und Waugh basiert auf einem aufsetzbaren Helm, welcher mit einer 360-Grad-Kamera ausgestattet ist. So konnte die komplette Umgebung während des Marsches durch die verschiedenen Berge aufgenommen werden.

Wer sich eine virtuelle Wanderung nach hause holen möchte, kann sich entweder die gemachten Videoaufnahmen ansehen oder eben eine eigenständige Erkundung mit der VR-Brille ansehen. Hierfür ist die Kopplung mit dem Smartphone notwendig. So können die Videos abgerufen werden und die Tour nach Wunsch wird gestartet. 

Das bestehende Angebot soll ausgeweitet werden

Bisher ist das Angebot des VR-Wanderns jedoch beschränkt. Die verfügbaren Wandertouren belaufen sich derzeit nur auf Gebiete in den Vereinigten Staaten. Wer in Kalifornien wandern möchte, muss sich beispielsweise keine Sorgen bezüglich Waldbränden machen, bis der Berg “Potato Chip Rock” erreicht wird. Andere nennenswerte Beispiele sind der “Natural Tunnel State Park” in Virginia sowie der Weg zum “Mother Miguel”-Berg in Ohio.

Bislang lautet das Ziel, 50 Touren in fünf Regionen der USA anzubieten. Ermöglicht wurde der bisherige Erfolg dieses Projekt auch durch Partner wie “Treadmill TV” oder HikingGuy.com”, die wichtige Ressourcen verfügbar machten. Dass jenes Projekt auch in Zukunft einiges an Potenzial bietet, belegt die Einladung an der Konvention “TCNewTech” auf der die beiden ihre Errungenschaft vor einer Vielzahl von Branchenexperten vorstellen durften.

Über den Autor

Sahjah Street Art * Lifestyle * Pizza **Kiel**

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