This Week’s Soundtrack: John Talabot – fIN

05.1.2014
wolfenwax
Interviews, Music
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Auch in diesem Jahr wird sich wieder vieles verändern bei Dressed Like Machines.

Nachdem ihr alle hoffentlich selig mit zwanzig Kilo mehr auf den Hüften unterm Weihnachtsbaum lagt, nur, um euch das Hüftgold auf vier Silvestersausen gleichzeitig wieder vom Leib zu zappeln, möchte ich euch nun mit meinem zukünftigen Beitrag zu dieser Plattform vetraut machen.
This Week’s Soundtrack‚ wird er heißen und immer sonntags veröffentlicht werden. Und worum geht es? Um eine Kolumne von mir, in der ich euch jede Woche ein Album oder ein Musikstück präsentieren werde, das mich durch die Woche begleitet hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Und damit möchte ich euch allen auch schon einen guten Start ins neue Jahr wünschen.
Lasst’s krachen!

John-Talabot

Artist: John Talabot
Titel: fIN
Label: Permanent Vacation (PERMVAC089-1)
Release Date: 2012
Genre: Electronic/Dance

Im Frühjahr 2012 überraschte uns der spanische House-Produzent John Talabot mit seinem Debüt-Album ‚fIN‚, einem spannungsgeladenen Freudenfeuer der elektronischen Tanzmusik, welches es auch nach mehr als zwei Jahrzehnten Genre-Bestehens noch schafft, ein absolutes Unikat zu sein.

Auch, wenn es scheint, als sei im Bereich der elektronischen Musik – ob im House, Techno, Garage oder im Trance – jeder Stein bereits mehrmals umgedreht worden – dieses Album wird euch trotzdem ins Staunen versetzen.
Denn John Talabot vermag es wie kaum ein anderer, auf solch eine beeindruckende Art und Weise Stimmungen, wie wir sie sonst mit Sonnenuntergängen an malerischen Südseestränden assoziieren würden, auf die Tanzfläche zu übertragen. Seine ansteigenden Akkorde geben uns selbst auf der dunkelsten Tanzfläche das Gefühl, die Arme und das Gesicht in Richtung der Sonne strecken zu müssen. Kaum vergleichbar ist auch sein Gespür für den Spannungsaufbau innerhalb eines jeden seiner Lieder. Sei es der ausgedehnte Break bei ‚Destiny‘ oder der lebhafte Bass bei ‚Missing You‘ – ‚fIN‘ ist so voll von Spannung steigernder und lösender Elemente, dass kein Track auf diesem Album dich loslässt, bevor nicht auch die letzten Klang-Facetten im Raum verhallt sind.

Die Fülle an betörenden Klangwelten, die Talabot auf ‚fIN‘ kreiert, offenbart sich in den verschiedenen Komponenten in diesem musikalischen Potpourri – in einer Aneinanderreihung von melodiösen Gefügen, Loops, Beats und musikalischer Atmosphären werden wir durch eine Stimmungswelt geführt, die ein warmes Glühen, eine berauschende Euphorie oder eine zarte Melancholie in uns wecken kann – je nachdem, in welcher Umgebung wir sind und inwieweit wir uns auf sie einlassen.

Die Verbindung, die Talabot mit seinem Debüt-Album zu uns schafft, manifestiert sich in seinem Einsatz verschiedenster Vocals – von fröhlichen Pop-Hooks über wortlosen Singsang bis hin zu einem widerhallenden Schrei bei ‚Oro y Sangre‘ und Cut-Up Vocals des Produzenten-Kollegen Pionals bei ‚So Will Be Now‘, die sich Stück für Stück in erkenntliche Sprache zusammenfügen. Ein großes Spektrum menschlichen Ausdrucks scheint damit auf diesem Album abgedeckt zu sein – nicht zuletzt lässt sich das auch an den Gesichtern der Menschen auf der Tanzfläche ablesen.

Alles in allem ist ‚fIN‘ eine sehr instinktive und selbstbewusste Produktion. Die Deep-House-Wurzeln Talabots treten dabei deutlich ans Tageslicht und versprechen dir auf voller Album-Länge ein bedeutsames Tanzerlebnis – aber ‚fIN‘ ist noch mehr: eine Ode an die Freude, eine Jubelfeier auf das Leben.

Tracklist
A1 Depak Ine
A2 Destiny feat. Pional
A3 El Oeste
A4 Oro y Sangre
A5 Journeys feat. Ekhi
A6 Missing You
A7 Last Land
A8 Estiu
A9 When The Past Was Present
A10 H.O.R.S.E.
A11 So Will Be Now feat. Pional

fIN‚ ist unter anderem im Online-Shop von Permanent Vacation erhältlich.

Eine Kassette für die Ewigkeit – Charly Hall und Akis Tsirogiannis von Greatberry Tapes im Interview

11.12.2013
Fraugoldklee
Interviews, Music
1 Kommentar

Foto: Charly Hall

„Ein Mixtape für dich“

Wer kennt ihn noch, den Bandsalat? Damals, als man die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte zum Einschlafen hörte, oder mit dem Kassettenrekorder musikalische Liebesbotschaften für den Schwarm aufnahm. Ein Tape mit Musik zu bespielen hat Zeit gekostet. Egal ob die akribische Auswahl einzelner Lieder oder das Vor – und Zurückpulen bis zur richtigen Stelle. So vieles musste beachtet werden. Am Ende jedoch war alles perfekt aufeinander abgestimmt und die Kassette mit einem handgeschriebenen Titel versehen. Adressiert an eine bestimmte Person oder Ausdruck eines erlebten Gefühls. Immer wieder ließ sie sich optimieren und mit neuen musikalischen Erinnerungen befüllen. Ein Medium, das auch Charly Hall wieder für sich entdeckte.

Passend zum 50. Jubiläum der Kassette gründete er 2013 das Musik-Label “Greatberry Tapes”. Benannt wurde es nach der „Großbeerenstraße“ im Herzen von Kreuzberg, Nähe des Viktoriaparks. Die Tatsache, dass die Kassette so wenig Beachtung in Deutschland fand, veranlasste Charly Hall dazu sein eigenes “Kassettenprojekt” ins Leben zu rufen. Dazu kam die Neugierde einfach etwas zu wagen und der Kreativität freien Raum zu lassen. In Zeiten der Digitalisierung, die vor allem auf dem Musikmarkt deutlich wird, fokussiert sich Charly gemeinsam mit Geschäfspartner Akis Tsirogiannis hauptsächlich auf Künstler und Bands, die wie sie gegen den Strom schwimmen und analoge Veröffentlichungen bevorzugen.

In einem Interview verraten uns die Beiden, welche Erinnerungen sie mit dem Tape verbinden … Hier weiterlesen!

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